Servicewüste Reitbetrieb

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Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von PetiteNoblesse am Di Dez 07 2010, 10:24

Hallo Ihr Lieben!

Ich bin derzeit am zweiten Stall in meiner Pferdebesitzer-Laufbahn und habe schon viel erleben müssen, was mir zeigt, dass „Der Kunde ist König“ in den Reitställen wohl schlichtweg vergessen wird.

Am ersten Stall habe ich 200 Euro bezahlt - VP
Es kamen immer wieder Sachen, die gar nicht gehen, um mal einige Beispiele zu nennen:
- Die Zäune von den Weiden waren einfache Stromlitze, ohne Strom, so dass mein Jungspund regelmäßig reiß aus genommen hatte. Aussage der SB: Bleibt er halt den ganzen Sommer drin, wenn er abhaut!
Ich habe 1 Woche dafür gekämpft, dass er auf die stromumzäunte Wiese durfte, wo schon einige Ausbrecher standen.
- Es wurde auch auf mehrmaliges Bitten nicht mehr Heu gefüttert
- Im Winter wurde das Wasser ohne vorherige Information ausgestellt, und hätte eine Freundin das nicht bemerkt, hätten die Pferde sehr lange ohne Wasser gestanden
- Wir mussten selbst für die Einzäunung der Paddocks sorgen
- jede noch so kleine Bitte war zu viel verlangt.
….hier gab es mächtig viele Sachen, viele allerdings vergessen und verdrängt!

Am jetzigen Stall läuft es einigermaßen besser, aber wirklich toll ist es auch nicht:
Hier zahle ich 260 Euro für VP / Paddockbox.
- Es werden Leistungen einfach gestrichen, sprich: Eines Tages hang ein Zettel aus, dass Pferde zukünftig in der Paddock-Zeit sonntags+feiertags selbst rein und rausgebracht werden müssen.
Der Preis bleibt natürlich der gleiche, für weniger Leistung!
- Die Paddocks sehen aus wie Sau, matschig, tief.. bei gefrorenen Boden gibt es keine Möglichkeit den Pferden ausreichend Auslauf zu bieten. Auf Anfrage, ob man die Paddocks mal glattziehen kann, gibt’s nur die Antwort: geht nicht (ohne einen versuch)
- letztes Jahr durften wir noch auf dem Reitplatz laufen lassen, im Schnee toben lassen – dieses Jahr haben wir es einmal gemacht und schwupps wurde wortlos die Absperrung weggenommen.
-wenn es während der Weidesaison mal stark regnet kommen aufgrund des Wiesenschutzes die Pferde nicht raus – aber auf die Paddocks werden sie auch nicht gebracht – man freut sich über jeden Tag, wo man keine Pferde hin und her bringen muss.
- unser SB ist ein paar Wochen außer Gefecht gesetzt, deswegen übernimmt die unfreundliche (!) Gattin des SB die Fütterungsarbeiten. – sie füttert zu wenig, ständig muss man heimlich nachfüttern, denn sagen darf man nix, dann kriegt man zu hören: pferde sind doch eh zu dick!
mit Mühe und Not wird sich ein „Hallo“ rausgequetscht.. (Anstand – Fehlanzeige) sie scheint Pferde nicht zu mögen, und schon gar nicht die Frauen dazu. – aber wir sorgen immerhin dafür, dass sie sich das laue Leben als Hausfrau leisten kann!
- von der Tochter (23 Jahre alt) kriegt man zu hören“ wenns euch nicht passt, müsst ihr eben gehen“ aber auch hier wird ihr Luxus durch uns finanziert.

…ich könnte ewig so weiter machen…

Ich versteh es nicht, jeder zahlt ein Haufen Kohle für sein Hobby und muss sich dann noch unterbuttern lassen.. Service??? Fehlanzeige…
Wenn man eine Extrawurst bekommt, darf man sich glücklich schätzen!
Der Winter ist für die SBs super, keine Pferde hin und her bringen (aufgrunddessen wird auch der Paddock nicht mal VERSUCHT glatt zu ziehen, denn klappt das, würde es im Winter mehr Arbeit mit Rein und Rausstellen bedeuten)

Das kann es doch nicht sein.. gerne würde ich alles selbst machen. Aber das schaffe ich zeitlich nicht..!!

Wir sorgen für den Lebensunterhalt, zahlen viel Geld, überweisen pünktlich und das alles ist der Dank?? Für mich ist das kein Service mehr für mich ist es einfach nur noch: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Traurig, traurig..

LG

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von fribi am Di Dez 07 2010, 10:41

Über solche Zustände wird wohl jeder hier etwas wissen. Wirklich ändern kann man das wohl nur, wenn genügend Konkurrenz da ist. Denn wenn man als Pferdebesitzer die Auswahl unter mehreren Ställen hat, wird man sich als Anbieter mehr anstrengen müssen, um Kunden zu bekommen.

Man darf jedoch auch die Seite der SB nicht ganz vergessen. Ich stelle es mit nicht leicht vor, mit (je nach Stallgröße) dutzenden Pferdebesitzern täglich auszukommen. Wir brauchen uns ja nur mal im eigenen Stall umzusehen............ Pfeiff

Wobei ich jetzt sagen muss, dass ich es für Nick ganz gut getroffen habe. Klar, es gibt fast nirgends das Non plus Ultra - aber für uns ist es gut so. Yes
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von PetiteNoblesse am Di Dez 07 2010, 10:53

natürlich haben es die SBs nciht immer leicht - aber als Verkäufer im Laden hat man es sicher auch nicht immer leicht und man sich auch zusammenreißen.
Auch ich kann hier auf der Arbeit nicht mit dem Kopf durch die Wand!

Außerdem wird ja niemand dazu gezwungen, sich auf Pferdehaltung zu spezialisieren.

Ich verlange nicht, dass man mir die Hintern pudert, sondern einfach mal Kundenorientierung..
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von fribi am Di Dez 07 2010, 10:59

Ich kann Dich gut vertstehen, Petite. Und Du hast sicher recht mit dem, was Du schreibst. Das würde mir genauso gegen den Strich gehen!

Ich wollte nur der Fairness halber den Blick auch auf die SBs werfen. Es gibt sicher auch gut geführte Ställe, deren Betreiber es nicht leicht haben mit manchen Einstellern.

Aber wie gesagt, solche Widrigkeiten, wie Du sie erlebst, haben nichts mit dem sprichwörtlichen Kunden, der doch König sein sollte, gemeinsam..............
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Di Dez 07 2010, 11:29

Ich habe leider auch solche schlechten Erfahrungen gemacht wie du, Petite. Konsequenz daraus war, die Pferde in Eigenregie zu halten. Hat zwar eine Weile gedauert, bis uns das dann möglich war, aber letzendlich hat es dann letztes Jahr doch geklappt. Und ich hab's noch keine Sekunde bereut. Ist zwar auch nicht immer Zuckerschlecken und manchmal auch recht mühselig, wenn man alles selbst macht, aber die Vorteile wiegen die paar Nachteile bei weitem auf. Yes

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von fribi am Di Dez 07 2010, 11:33

Da hast Du sicher recht, Aura - nur nicht jeder kann Pferde in Eigenregie halten. Das scheitert bei den meisten schon daran, dass sie nur ein Pferd haben. Und dann kommen noch Platz, Zeit etc. dazu. Für viele wird es wohl ein Traum bleiben.............
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Di Dez 07 2010, 12:12

Ich wollte auch nicht sagen, dass nun jeder zu Eigenregie wechseln soll, fribi. Klar, dass das nicht jeder machen kann. Das war eben nur meine Lösung. Nur ist es eben auch falsch, solche Missstände hinzunehmen, weil's keine besseren Alternativen gibt. Ich weiß selbst, dass es verdammt schwer ist, einen vernünftigen Stall zu finden (hab hier ja auch nichts gefunden). Dann muss man sich auf die Suche nach Alternativen machen, vielleicht kann man sich einer Haltergemeinschaft anschließen oder findet eben etwas weiter weg einen guten Stall. Klar ist das doof, wenn man dann länger zum Pferd fahren muss und mehr Fahrtkosten hat, vielleicht auch nicht mehr täglich hin kann. Aber das Pferd muss schließlich sein ganzes Leben im Stall verbringen. Und wenn die Haltung nicht stimmt, wird es langfristig krank und verursacht TA-Kosten.

Nur wird es eben so lange schlechte Ställe geben, so lange Leute bereit sind, ihr Pferd da einzustellen. Das simple Prinzip von Angebot und Nachfrage. Erst wenn die schlechten Ställe keine Einsteller mehr finden, werden sie aussterben oder den Service verbessern.

Klar ist auch, dass man nicht sofort einen besseren Stall findet, nur weil man gerade einen braucht. Aber Augen und Ohren kann man immer offen halten und auch mal TA, Hufpfleger, Osteopath und Co. auf mögliche Alternativen ansprechen. Zwinker Längerfristig ergibt sich da immer was. Bei mir hat es auch vier Jahre bis zur Eigenregie gedauert und in dieser Zeit musste ich mich auch mit verschiedenen Stallbesitzern und schlechtem Service herumärgern. Aber es hat sich absolut gelohnt, "dran" zu bleiben. Dazu will ich nur ermutigen, sonst nichts.

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Di Dez 07 2010, 13:25

So etwas ist ärgerlich aber leider anscheinend mittlerweile in jedem zweiten Stall so.

Bei uns im Stall lag jetzt ein Zettel aus das die SB mehr Zeit braucht und durch die Arbeit im Stall nicht genug Zeit mit Mann,Kinder verbringen kann und Samstag ein Einstellertreffen ist um uns ihre Vorschläge mitzuteilen.
Mir schwant ja schon das es darauf rausläuft das die Einsteller mehr machen müßen und der Preis der Gleiche bleibt.

Bisher ist es so das ich 250,- VP zahle(inkl.Kraft/Mineralfutter,tägl.misten-kein Reitschulbetrieb). Reitplatz,Round Pen sind im Winter durch den Belag nicht nutzbar bei Schnee und Frost.Der Platz ist von der Einzeunung total morsch bis kapput(sollte repariert werden...) Reithalle ist dadurch das einige Einsteller ständig Unterricht geben dann im Winter u. bei Regen überfüllt zu den Stoßzeiten.Seit die nette Stallhilfe(die war echt nett und hat alles top gemacht) weg ist und der neue Typ da ist,ist auch die Leistung merklich schlechter geworden(Pferde kommen bei Schnee nicht mehr auf die Weide,er ist auch nicht grad freundlich,..)Einige 'neue' Einsteller sind ziemlich unsympatisch bis furchtbar.
Das ärgert mich auch nur würde ich wenn ich den Stall wechseln wollte vom Regen in die Traufe kommen. Hier gibts sonst nur reine Boxenhaltung im Winter oder Offenstall ohne Platz/Halle.

Da ich nur 3 Minuten entfernt wohne kann ich damit leben wenn es Samstag nur darum gehen sollte tägl.zu misten nur finde ich das der Preis dann nicht der gleiche bleiben kann.
Wenn es nur um Paddockdienst geht okay,aber irgendwie sind bei uns die Einsteller gegen Mistpläne-das wäre so verpflichtend vz .Daran scheiterte es bisher immer.

Nun ja ,zurück zum Thema.Es gibt überall immer was und leider muß man sich fürs geringste Übel entscheiden.

Ich finde es in anderen Sparten in Deutschland aber genauso.Weniger Leistung für mehr Geld,ist bei uns leider gang und gebe geworden.Mir ist das dieses Jahr so krass aufgefallen als ich von meinen Verwandten aus Kanada wiedergekommen bin.
Das ist schon ne ganz andere Welt da drüben Yes .

Bleibt uns eben nur das Beste aus allem zu machen , gut abzuwägen wo von all den Ställen unser Pferd am artgerechtesten steht und auch trotz einiger Einschränkungen gut versorgt ist Zwinker

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von LopeOver am Di Dez 07 2010, 13:40

Da ich meine Pferde auch nicht in Eigenregie halten kann, ist meine Konsequenz auch: ich werde mir, nach meinen jetzigen, kein Pferd mehr halten.
Das hat natürlich auch andere Gründe, aber einer ist auf jeden Fall, dass man sich meist, selbst im schönsten Stal, immer wieder sehr ärgern muss.
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Ostfriesenmädel am Di Dez 07 2010, 14:10

Ich kann Dich leider nur zu gut verstehen Petite Yes

Unglaublicherweise scheinen viele Pferdebesitzer aber wiederum kein Problem damit zu haben, wenn die Pferde vorallem im Winter nicht regelmäßig raus kommen.

Bei uns ist es auch so, dass die Pferde oft nur zum reiten aus der Box kommen, ich finde sowas fürchterlich, ist aber in vielen Ställen an der Tagesordnung.

Wenn ich mein Pferd nicht im OS mit großer Weide anbei stehen hätte, wäre ich dort diesen Winter gegangen und hätte sie zur Not zu meiner Freundin ins Moor gestellt. Genügend Auslauf und Kontakt zu Artgenossen ist mir da nämlich wichtiger, als alles andere.

So habe ich aber Glück, dass mein Pferd annähernd artgerecht leben darf und ich trotzdem den Luxus von Halle etc. habe und nehme es halt in Kauf, dass ich tägl. 3 Pferde misten muss.

Ich hoffe mal für Dich, dass Du für Lino auch bald einen Stall findest, an dem er einfach Pferd sein darf.

LG
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von PetiteNoblesse am Di Dez 07 2010, 14:17

Ja, schön, dass ich nicht die einzige bin, die dieses Gefühl hat- ist schon ein bisschen beruhigend.

Ich warte auf DEN stall, aber freiwillig geht von dort keiner. Seit März stehe ich auf der Warteliste. (habe mich also direkt nach dem ersten blöden Winter darum bemüht, einen neuen Platz für ihn zu finden)
Dort soll er in den Laufstall bzw. wenn das nicht klappt, weil voll, in Paddockbox mit tägl. auslauf.
Reitmöglichkeiten habe ich dort auch - 2 hallen, 1 Platz, roundpen..
natürlich wird da nicht alles toll sein, aber mein pferd kommt 365 Tage im Jahr raus.
Anfang nächsten Jahres bauen sie boxen. so lange muss ich noch aushalten..bzw. mein Pferd.
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von fribi am Di Dez 07 2010, 14:31

Petite, "Anfang nächsten Jahres" ist in drei Wochen. Selbst wenn nicht gleich im Januar angefangen wird zu bauen, so ist es doch ein überschaubarer Zeitraum. Ihr schafft es, bis da hin auszuhalten Zwinker
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Di Dez 07 2010, 14:39

Wenn du einen guten Stall in Aussicht hast, ist das doch super! Ich drück die Daumen, dass du in absehbarer Zeit mit deinem Pferd umziehen kannst. Daumendrück

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von PetiteNoblesse am Di Dez 07 2010, 14:49

wat erzähl ich denn: nicht Anfang nächstens Jahres sondern im Frühjahr......gaga also noch mindestens der Winter.. Sad
armes Pferd... wirklich.. er tut mir so leid..Sad
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Di Dez 07 2010, 15:28

Hallo Petite,

ich leide da ein wenig mit Dir. Meine Maus kommt zwar jeden Tag aus der Box, aber leider nur auf ihren Paddock. Und dazu kommt, dass sie seit dem Sommer alleine steht und immer nur über den Zaun Blickkontakt hat Umfall

Die beiden Frauen, mit denen ich mir den Stall teile, sind superlieb ... Wäre da nicht der Vater der StallBesi gaga

Ich habe hier auch laaange Zeit nach einer Alternatiive gesucht und irgendwie nix gefunden. In reine Boxenhaft wollte ich sie nicht schicken, auf fette Weiden geht aber auch nicht. Ist halt doof wenn man ein Norweger auf Diät hat.

Aaaaaaber: Ich habe eine Lösung gefunden und muss "nur" noch bis zum Frühling tapfer sein und wenn ich das kann, kannst Du das auch Friends

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Bláinn am Di Dez 07 2010, 20:42

Ich hab ja inzwischen den 3. STall mit Bláinn und im 1. Stall war es am Anfang eigentlich echt okay, bis sich der SB immer mehr von irgendwelchen Einstellern sagen hat lassen. ES wurde zu viel Heu gefüttert, zu wenig eingestreut und im Sommer wurde Bláinn mit seiner kleinen Herde einfach in eine Hütte umquartiert weil er den STall wo sie davor standen für andere Zwecke benötigte.
Da hat es mir dann gereicht und ich hab die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin in einen neuen Stall gezogen der neu eröffnet hat und gerade einmal 500 m Luftflinie entfernt war!

Da war es aber auch nicht der Hit. Viele leere Versprechungen, wie z.b dass im Sommer der Platz kommt, bis zum Winter die Strom - und Wasserversorgungn (da fließt ein BAch vorbei, Wasser war also schon da Zwinker ) gelegt sind usw....

Der Stall wurde auch alle paar Monate umgebaut usw.

Jetzt bin ich ja seit Mai hier in meiner neuen Heimat in einem Offenstall und der Stall ist wirklich super. Das einzigste Manko ist eben dass wir keine Halle haben, aber hier in der Gegend gibt es so gut wie keine OS mit Halle - also haben wir eigentlich eh schon Luxus.
Die SB macht alles mögliche Extra, ohne dass wir mehr zahlen müssen.
Ich zahl 180 VP mit 3 mal täglich Heu oder Heulage. Großer Paddock + im Sommer 24 STd Koppel. Platz ist dabei und ein super Ausreitgelände.
Zusätzlich macht die SB Deckendient, tut Decken rauf und runter und sie würde auch KF geben.

Auch ist alles sehr familiär, solche große Ställe sind nicht mein Ding!
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Do Dez 23 2010, 07:55

Hallo ich glaube davon kann jeder Pferdebesitzer ein Lied singen

Ich bin bei uns in der Gegend sowas wie ein Stallführer, habe nämlich ein Jahr bevor ich meine Maus gekauft habe mir in aller Ruhe viele Ställe angeguckt, Infos eingeholt etc sogar mir selbst eine Mappe mit Vor und Nachteilen über jeden Stall angelegt

Werde dadurch oft angeschrieben wo man denn sein Pferd hinstellen könnte

mach mal so eine kleine Auflistung von meinem Erfahrungen

Stall 1:
*Nette Anlage, sieht so aus wie eine Schlossanlage, dann der Eintritt, ohje
Boxen irgend wie Zusammengezimmert
*dann kam ein sehr schöner Stalltrakt mit nette Fensterboxen
der Hammer, an jeder Box hing ein Schild wie bitte kein Dreck in die Box kehren, bitte genug Heu füttern, bitte genug einstreuen, macht einen guten Eindruck für Interessenten :-)
Dann kamen wir an einen Stalltrakt, der ohne jegliches Tageslicht war, man bemerkte mein entsetzes Gesicht, die brauchen in der Box ja kein Licht reicht ja wenn sie auf der Weide stehen, ja ne ist klar..
Kommen ja schließlich den ganzen Tag auf die Weide, nur komsich das ich den Stall zweimal gucken war nämlich noch mit einer Bekannten und jedes mal kein Pferd draußen stand

Stall abgehackt

Stall 2:
Fahre mit einer Freundin gucken wusste nicht wo ich mich drauf einlasse, ich sagte nur die ganze Zeit du fährst falsch wir waren nämlich mitten in einem Wohn/Industriegebiet Gemisch bis wir plötzlich zwischen Häuser durch fuhren und dann stand da ein Stallgebäude, wollte eigentlich umdrehen aber meine Freundin wollte gucken
Mein Bauchgefühl täuscht mich nicht...
Ja Misten klar alle 2 Wochen misten reicht vollkommen, ich bekam schon eine Gänsehaut, wir waren nach 1 Woche dort und die Pferde stand schon so hoch das ich nicht wissen möchte wie sie die Pferde nach 2 wochen daraus bekommen, dann die tolle Amoniakbelastung und so toll für die Hufe
*Zweites Thema Fütterung, man muss sein Kraftfutter selbst kaufen ist ja an sich kein Problem dann der Hammer, die Pferde bekommen täglich ein Futterergänzungsmittel von uns gefüttert, na klar jedem das selbe, ist Pi mal Daumen abgestimmt *Kopfschüttel*
Habe die gute Frau dann mal drauf hingewiesen das sie sich bitte noch mal über die Bedeutung über Futterergänzungsmittel in Kenntnis setzen soll und das es ja eigentlich mit dem Blutbild abgestimmt werden muss und bin gefahren

Stall abgehackt

Stall 3:
Wurde ein halbe Stunden rumgeführt, tolles Gelände, 2 Hallen, 2 Reitplätze, nette Boxen, nettes Reiterstübchen
So dann meine Frage ich würde gerne die Weiden sehen, man zögerte, ähm ja Weiden haben wir keine
Hallo, ich wusste erst mal gar nicht was ich sagen sollte war echt sprachlos, guckte mich um weil ich dachte gleich kommt ein Kamera Team um die Ecke und sagt, bitte lächeln sie wurden verar... Aber da kam kein nettes Fernsehteam ich wusste nicht ob ich lachen oder heulen sollte...
Vielleicht bin ich naiv, aber ich dachte nicht das es wirklich Anlagen ohne Weiden gibt das jemand wirklich dort sein Pferd hinstellt der Stall war so gut wie voll, ich war geschockt, ich weiß ja das es viele Anlagen gibt die viele Weiden haben aber niemand rausstellt das ist ja ein anderes Thema aber eine anlage zu errichten ohne Weiden???

Mein Kommentar, danke für die nette Führung aber das nächste mal verschwenden sie nicht die Zeit und sagen sie von vorne rein das keine Weiden da sind

Stall abgehackt

Stall 4:
Anlage nett, Weiden, Paddocks, Fensterboxen, 2 Hallen ein Reitplatz etc

Dann ging es los

Fütterung:

morgens Heu und Kraftfutter. *Punkt*
Ich wartete das der Stallbesitzer weiter redet aber da kam nichts, der Stall sollte Wohlgemerkt Vollpension sein
Ok ich fragte dann doch mal an wie es mit der Abendfütterung aussieht, ich wurde verwundert angeguckt, ja also wenn ihnen das morgens nicht reicht, dann müssen sie für abends 20 Euro extra im Monat bezahlen ok Pferde sind ja natürlicher Weise darauf ausgelegt 1 mal am Tag bisschen Heu zu bekommen

Misten alle 2 Wochen, das Thema hatte ich ja schon mal weiter oben erwähnt

Danke Stall abgehackt

Stall 5:
Vor dem Stall standen nur dicke teure Autos die man auch nicht so häufig auf der Straße sieht gut dachte ich schaust dir mal an ob du es bezahlen kannst, die Stallbesichtigung war schneller zu ende als sie begonnen hatte, wir gingen auf den Stalltrakt zu, die Besi öffnete so eine kleine Eisentür wie Kellertür, die Tür verriet schon alles dahinter war es so dunkel wie in einem Keller, kein einzigstes Fenster kein Tageslicht, dann gingen wir weiter dachte das wäre nur ein Hintereingang, die zweite Tür öffnete sich es wurde leider nicht besser, ja das sind die Ponyboxen, die Box war ungefähr so groß wie ein Abteil in einem normalen Pferdeanhänger, ok ich dachte vielleicht haben die Pferde es etwas komfortabler, nein dann hier das sind die Pferdeboxen, ich sah die Frau verwundert an und meinte nur das sind doch die selben wie eben, ich war sehr geschockt, die Pferde standen auch Apathisch in der Ecke, wäre mein Freundin nicht dabei gewesen wüsste ich nicht ob ich so ruhig geblieben wäre

Mein Kommentar, kann es ja nicht lassen Hauptsache ein dickes Auto, wie war die Werbung noch gleich Mein Haus, mein Auto, mein Pferd...

So muss ja noch paar Weihnachtsvorbereitungen treffen werde gerne ein anderes mal weiter schreiben aber denke das reicht fürs erste lesen

Liebe Grüße

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von fribi am Do Dez 23 2010, 08:41

Huch - ich musste zuerst mal schauen, woher Du kommst. Und das sollen Pferdeställe sein, die Du da beschreibst? Meine Güte, die armen Pferde. Also meines käme dort nicht hin............
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Gast am Do Dez 23 2010, 14:08

@fribi schrieb:Huch - ich musste zuerst mal schauen, woher Du kommst. Und das sollen Pferdeställe sein, die Du da beschreibst? Meine Güte, die armen Pferde. Also meines käme dort nicht hin............

Ja traurig aber wahr sie nennen sich Pferdeställe und sind zum großteil fast voll, das waren jetzt nur 5 Beispiele von ca. 40??

Aber ich habe ja einen ganz tollen noch gefunden war nicht einfach aber er wurde gefunden und dann bin ich Mausi hinterhergezogen, mein Mann kam eh von da und werden auch in dem Stall bleiben nur halt bald von ihrer Außenbox in den Offenstall umsiedeln wenn er umgebaut ist, bleibt also alles vertraut und auch die gleichen Weidepartner, haben so viel glück gehabt

Mein sieht schon viel Elend wenn man sich mal umschaut, und so wie ich es erlebt habe habe ich es auch versucht zu beschreiben

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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von Trapper am Do Dez 23 2010, 18:44

Hi

Kein Service?
Hier bei uns im schönen Krefeld, kann jeder der bereit ist ( ab 350 Ohren natürlich ), seine Ansprüche verwirklichen.
Aber ...es wird zusätzlich bezahlt für's Rausstellen, Eindecken, Weidegang usw...
Dabei kenne ich WS Ställe, wo man alleine wegen der Paddockbox bereits 370 Ohren zahlt...Pferd ist immer noch schmutzig.

Service muss man bezahlen.
Dabei wird es gerne so gehändelt, das sich die Einstaller gegenseitig fertig machen...ist einfacher.
Nichts ist so anstrengend, wie ein Stall mit 50 Frauen und ihrem Anhang.

Doch wer eine Leistung zahlt, die jedoch nicht erbracht wird....ist selber Schuld.
Nicht meckern....machen!

Lasst euch nichts gefallen, knallt mit Türen, wenn es sein muss.
Wenn der Stall nichts taugt, weil Vereinbarungen nicht eingehalten werden oder der Besi ne unfreundliche Sxxx ist, dann schafft klare Verhältnisse.
Zettelchen oder SMS schreiben...Quatsch...sucht das Gespräch und das Zeitnah.

Nie vergessen...all das, was uns missfällt oder unangenehm ist, das schieben wir vor uns hin.
Zwar Ärgern wir uns Schwarz aber das Gehetze mit der besten Freundin ist immer noch besser, wie so ein "Butter bei der Fische" Gespräch, mit dem Stallbesi.
So ein Gespräch ist anstrengend, ist aber Klärend.


Würde ich in einem Stall stehen, der mir auf den Senkel geht, dann hätte ICH einen Fehler gemacht.
Auf der anderen Seite sind Kompromisse unumgänglich, solange sie verständlich und befristet sind.

LG
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von PetiteNoblesse am Do Dez 23 2010, 19:25

tja trapper.. schön gesagt, aber mehr als seit 7 monaten auf einen neuen Platz warten, geht einfach nicht...! alles was man sagt, wird abgeblockt.. das war schon immer so...
sie werden es merken, wenn ihnen die leute weggehen..

momentan häufen sich leider die dinge.. der Ansprechpartner = SB lässt sich seit wochen nicht mehr blicken (Achilliessehne gerissen), mit der Frau kann man nicht sprechen.. also, noch nicht mal einen, den man ansprechen kann...Schulterzuck

traurig, aber wahr, viele sind stocksauer.. paddockboxen zu, tränken eingefroren, zu wenig rauhfutter, aber die besitzer-familie schläft schön bis 7.30 uhr..um dann in ruhe zu frühstücken... vorher nach den tränken gucken?? ACH GOTTCHEN.. es ist kalt.. brrrt und dunkel... neee, die pferde werden es schon überleben..tränken wärmer stellen?? nein, kostet mehr geld..
pferde auf die weide?? nöö, müssen uns ja dann bewegen und die raus bringen....
ist schon hart.. so ein leben mit stall direkt am hof, wenn man nur das nötigste macht..Sad

naja.. noch ein paar monate, dann ist es geschafft.. ich bete zu gott...Sad
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

Beitrag von rakete am Fr Dez 24 2010, 12:08

Schande über mein Haupt aber ich hab jetzt nicht alles gelesen...nur soviel dazu...
bei uns ist der "Service" auch eine Kathastrophe [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] man ist solange ein "guter" Einsteller solange man bezahlt und seine Klappe hält! Meckert man mal oder sagt was was dem SB nicht angenehm ist kriegt man zur Antwort "du kannst ja gehen wenn es dir nicht paßt" [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] !
Ja ja so ist das...ich hab aufgehört mich zu ärgern!
Selbstversorger war ich mit 3 Pferden über 7 Jahre und das war das Beste was ich mir vorstellen kann!Leider wurde mir der Stall gekündigt und so bin ich "heimatlos" geworden und versuche mich damit zu arrangieren wie es ebend ist!
Die letzten 7 Jahre hab ich 3x den Stall gewechselt aber ihrgendwas ist immer Rolling Eyes
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Re: Servicewüste Reitbetrieb

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