Schlachten oder einschläfern?

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Floke am Mo Dez 03 2012, 16:57

auf die Gefahr hin ganz anders zu denken:

Wo genau liegt der Unterschied zwischen Pferd und Kuh wenns ums Schlachten geht?
Wenn ein Pferd nicht arbeitstauglich ist, jung und medikamentenfrei. Was genau spricht dagegen es zu schlachten?
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 16:58

Ich hab bei Roya auch mit dem Gedanken gespielt, sie als Beistellpferd abzugeben. Aber den Gedanken hatte ich nicht mal eine Minute lang. Denn - warum? Älter hätte sie auch hier werden können. Aber das "Problem" war ja nicht behoben, die wachsenden Zysten und die Dauerrosse hätte sie ja immer noch gehabt. Von daher...

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von sandstrand am Mo Dez 03 2012, 17:02

@Flocke: die Überlegung wäre Schlüssig wenn man mit dem Pferd Geld verdienen müsste wie mit einer Kuh. Ich denke das ist bei den wenigsten Reitern der Fall.
Wenn man ein Pferd hat (oder anderes Haustier) geht man eine Verpflichtung ein die bitte nicht endet wenn das Tier "nicht mehr funktioniert". Haustiere sind keine Auswechselware.
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 17:06

Floke hat nicht ganz Unrecht... Aber Sandstrand auch. Es muss eben jeder für sich wissen.

Und noch eines als Ergänzung:
Selbst für eine abgemagerte und aus krankheitsgründen (medikamentenfrei) geschlachtete ausgewachsene Kuh, bringt mindestens 250 Euro ein (schon abzüglich aller Kosten). Für ein Pferd bekommt man 200 Euro... Obwohl Pferdefleisch seltener erhältlich ist und das normale Muskelfleisch für Hundefutter (!) für ca. 5 Euro pro Kilo verkauft wird. Setzt das mal in Relation zum Rindfleisch!

Ich verstehe es ja nicht...

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Floke am Mo Dez 03 2012, 18:09

ein paar Scheinchen bekommen, wenn man in ein Pferd investiert hat, dass jetzt nichts mehr wert ist, kann doch auch eine Überlegung sein, wenn man nicht Geld verdienen will. Schließlich ist Einschläfern nicht gratis.



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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Mo Dez 03 2012, 19:47

Pensiero schrieb:Und noch eines als Ergänzung:
Selbst für eine abgemagerte und aus krankheitsgründen (medikamentenfrei) geschlachtete ausgewachsene Kuh, bringt mindestens 250 Euro ein (schon abzüglich aller Kosten). Für ein Pferd bekommt man 200 Euro... Obwohl Pferdefleisch seltener erhältlich ist und das normale Muskelfleisch für Hundefutter (!) für ca. 5 Euro pro Kilo verkauft wird. Setzt das mal in Relation zum Rindfleisch!

Ich verstehe es ja nicht...

Ist aber im Grunde ganz einfach! Zwinker

Die Nachfrage regelt das Angebot: Hierzulande ist Pferdefleisch als Delikatesse einfach nicht so gefragt, wie zB in Frankreich ( -> Fohlensteak ). Pferdefleisch dient hier eben nur als Hundefutter und das kostet ja auch nicht so viel, wie ein Stück Fleisch in einem Restaurant.

@ Floke: Im Grunde gibt es keinen Unterschied zwischen Kuh und Pferd. Lediglich der, dass es hier um die Frage geht, was ein "liebender Pferdebesitzer" ggü. seinem Pferd als vertretbar verantworten kann. Und da ICH als Mensch auch am liebsten zu Hause, im Kreise meiner Lieben, sterben würde, möchte ich eben auch, dass meinem Pferd das Gleiche zu Teil kommt!

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 19:53

@Jav: Aber genau darin liegt ja der Widerspruch. Hundefutter ist an sich günstig, aber Pferdefleisch bekommst Du in Hundefutterqualität nicht unter 5€ pro Kilo. Für den menschlichen Verzehr zahlt man ja knapp 10kg pro Kilo.

Was bekommt man ca. aus einem Pferd an verwertbarem Fleisch heraus? Sagen wir einfach mal ganz grob 250kg ohne Knochen. Und nun rechne diese kg mal in Euros um - und dann der Vergleich, dass man als Pferdebesitzer 200 Euro für das Pferd bekommt.

Nun das Beispiel mit einer Kuh:
Der Kilopreis für sehr gutes Muskelfleisch als Hundefutter liegt bei 3€. Für den Mensch bei 6€. Aus einem weiblichen, normalen Rind bekommt man auch ca. 250kg reines Fleisch. Der Rest wird ja auch verwertet (wie auch beim Pferd), und man bekommt für das Rind schon kg - obwohl hier eine regelrechte Überporduktion stattfindet.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Teami am Mo Dez 03 2012, 20:17

Ich hasse es auch immer, wenn wir eine Kuh zum Schlachter bringen müssen. Aber wir müssen von den Kühen leben. Und bei bestimmten Kühen fällt es uns extrem schwer, vor allem, wenn man sie schon lange hat. Man hat einfach schon eine Bindung aufgebaut. Im Übrigen mal off topic: ich bedanke mich immer bei einer Kuh, wenn sie gehen muss und segne sie und wünsch ihr eine gute Reise. Das mache ich auch, wenn ich einen Schlachtviehtransport sehe, egal ob Schweine , Rinder oder Hühner.

Finanziell finde ich es nach wie vor uninteressant, ein Pferd zum Schlachter zu geben. Wenn man auf die 200 bis 300 Euro angewiesen ist, die es dafür gibt , dürfte man sich kein Pferd halten, da TA- Kosten mal ganz, ganz schnell in dem Rahmen liegen. Der Grund sollte nicht das bisschen Geld sein, das den Ausschlag gibt, ob man sich fürs Schlachten oder Einschläfern entscheidet.
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Funi am Mo Dez 03 2012, 20:45

Der Grund sollte nicht das bisschen Geld sein, das den Ausschlag gibt,
ob man sich fürs Schlachten oder Einschläfern entscheidet.

das seh ich ganz genauso!!

Bei meinem Pferd ist es rein nach dem was im Pass steht noch offen, ob sie Wurst oder Seife wird. (Ganz salop gesagt...)
Allerdings kann ich es mir absolut nicht vorstellen sie zum Metzger zu bringen! Da bekomm ich alleine von der Vorstellung Pipi in die Augen. Und ich seh es wie Jav. Pferde haben einen feinen Instinkt...die riechen da, dass ihre letzte Stunde geschlagen hat.

Ich zieh trotzdem den Hut vor den Besitzern, die das können und verachte sie keines falls!!

Für mich und mein Pferd wünsche ich mir, dass sie einfach einschläft und nicht wieder aufwacht, da das leider in den seltensten Fällen der Fall ist, muss ich mich wohl früher oder später damit auseinander setzen, wie sie gehen soll. Ich hoffe für uns erst später!

Im Moment tendiere ich ganz klar zum einschläfern!

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Joy am Mo Dez 03 2012, 21:01

Funi schrieb:

Für mich und mein Pferd wünsche ich mir, dass sie einfach einschläft und nicht wieder aufwacht, da das leider in den seltensten Fällen der Fall ist, muss ich mich wohl früher oder später damit auseinander setzen, wie sie gehen soll. Ich hoffe für uns erst später!


Das hoffen wir wohl alle.
Hab letztens noch mit einer Freundin darüber gesprochen.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Dievonda am Mo Dez 03 2012, 21:04

Ganz ehrlich, schlimmer als schlachten lassen oder einschläfern finde ich die Leute, die Ihr altes Pferd noch verkaufen wollen. Den Freund und Partner im Alter abschieben finde ich hundsgemein...sind wir mal ehrlich, in den wenigsten Fällen findet sich jemand, der vermehrt TA-Kosten und die meist anfallende Mehrpflege auf sich nimmt, nur um einen Beisteller für sein Pferd zu haben. Solche Leute stellen meist ein junges oder zumindest gesundes Pony dazu.

Es ist Tatsache, dass solche Pferde entweder herumgereicht werden oder gleich beim Händler landen und dann oft noch lange quälende Tiertransporte hinter sich haben, bis sie dann doch beim Schlachter in Frankreich oder Italien landen. Dort gibt es höhere Preise fürs Fleisch. Schaut Euch mal solche Tiertransporte im Internet an! So etwas würde ich nie wollen, dass es mein Pferd erleben muss. Dann doch lieber selbst Verantwortung tragen, wenn man irgendwann vor die Wahl gestellt wird.

Bei einem jungen Pferd (vorausgesetzt es ist schmerzfrei und Lebensqualität vorhanden) ist das wieder eine andere Sache.
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 21:13

Absolut darf das Geld nicht im Vordergrund stehen!

Zu dem Instikt: Ich hab ein bißchen drauf geachtet. Ich fand nicht, dass Roya nervöser war als sonst. Und zudem ist der Raum sehr sauber und desinfiziert. Ich selbst habe aber nicht mal Desinfektionsmittel wahrgenommen. Es roch sehr neutral. Klar, den Tod kann ein Tier eher wittern. Aber ich sag jetzt mal ganz speziell in dem heutigen Fall von mir glaube ich nicht mal, dass Roya irgendwas geahnt hat oder so.
Ich hab in Internet nun gesehen, dass viele Schlachthöfe so eine Box benutzen, in die das Pferd reinmuss. Heute war das nur ein freier Raum, auf dem Boden ein Ablauf, mehr nicht. Somit fühlt sich das Pferd nicht eingeengt und unwohl.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 21:28

Dievonda schrieb:Ganz ehrlich, schlimmer als schlachten lassen oder einschläfern finde ich die Leute, die Ihr altes Pferd noch verkaufen wollen.

Dazu möchte ich auch noch etwas sagen, denn ich finde das auch echt beschämend!

Ich hatte sehr gute Freunde, die eine eigene Zucht haben. Drei meiner bisherigen 5 Pferde sind von dort. Mein erstes Pferd war 17 Jahre als ich sie bekam. Sie war sehr hochwertig. Sie war Zuchtstute bei diesen Freunden. Die Zucht umfasste damals ca. 8-9 Stuten, war also nicht mehr sooooo groß. Primi wurde auch dort geboren. Jedenfalls bekam sie 10/11 Fohlen dort. Das vorletzte Fohlen war eine Totgeburt, das letzte Fohlen starb nach 5 Tagen. Danach kam sie zu mir, war psychisch total fertig, regenerierte sich aber nach einigen Monaten. Ich hatte sie 18 Monate lang. Dann musste ich sie wegen diesem riesigen Tumor einschläfern lassen, weil der Koliken verursachte.
So, da ein TA seine Stute in diesem Betrieb auch zur Zucht einsetzte, war dieser annähernd täglich vor Ort und machte auch ständig gynäkologische Untersuchungen. Im Nachhinein muss ich sagen, haben die mich richtig über den Tisch gezogen! Mir wurde eine Unsumme für dieses alte Pferd abgeknöpft und ich bin mir sicher dass die wussten, dass Primi schon große Zysten hatte und deshalb solche Problemen mit den Fohlen hatte.

Auch mit Roya war es ähnlich: Die letzte Geburt war sehr schwer, sie war sehr "beschädigt" in ihren Geschlechtsorganen. Genau weiß ich es nicht, nur, dass sie es gerade so überlebt hat. Ich nahm Roya damals weil ich für Primi eine Weidekumpanin brauchte. Roya wurde mir sogar noch verkauft! Der Schlachtpreis hieß es. Naja, den Schlachtpreis habe ich mehr als doppelt bezahlt... Aber damals war es mir einfach nur egal was sie kostete.

Bei beiden Pferden muss ich sagen, wollten die Züchter nicht selbst den letzten Gang gehen! Sie sagten auch immer, dass sie im Laufe der Jahre immer empfindlicher geworden wären und den Tod nicht mehr verkraften könnten. Blödsinn in meinen Augen, dann dürften sie nicht züchten.

Bei Amici war es ähnlich: "Der bleibt zu klein, mit dem können wir nichts anfangen. Für Dich wäre er passend." Tja, jetzt, da er ein Stockmaß von 1,70m hat, beißen sie sich in den Hintern!

Ich war eben sehr eng und sehr gut mit denen befreundet. Dieses Jahr zeigten sie ihr wahres Gesicht... die Freundschafte endete abrupt! Und heute auf dem Heimweg vom Schlachthaus ging mir das sehr intensiv durch den Kopf. Und ich finde hier auch: Richtig feige wenn man Pferde dann lieber abgibt, auch noch für Geld, und eigentlich weiß, dass nicht mehr viel "geht".

Ich bin froh darüber, dass ich beiden Stuten nochmal eine schöne Zeit bereiten konnte. Die hatten sie definitiv! Und ich werde sie auch immer mit den schönen Augenblicken in Erinnerung behalten, wenn ich auch beide noch leblos liegen sehe und auch noch fühle, wie schnell die Kälte in ihren Körper kam. Aber es ist okay, es gehört dazu.

Bei meinem Hund denke ich schon seit 3 Jahren (er ist jetzt 5) darüber nach, wie das bei ihm dann wäre. Ich möchte auch am liebsten, dass er einfach nur einschläft. Ob ich ihn nun zum TA bringe oder der TA dann zu mir kommt, das kommt auf die Situation und die Möglichkeiten an. Aber ich möchte ihn definitiv verbrennen lassen. Ich möchte nicht, dass Würmer ihn fressen. Das möchte ich bei mir selbst auch nicht.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Nedserd am Mo Dez 03 2012, 21:40

Es hat dazu sicher jeder eine andere Meinung, hier kommt meine: Zwinker
Mein Pferd geht nicht in die Wurst! Ich bring doch meinen jahrelangen Freund nicht zum Schlachter!!!! Sad
Und das für 200 Euro Rolling Eyes Wenn mir so viel an den 200 Euro liegt die man da bekommt sollte man sich Gedanken machen ob man sich überhaupt ein Pferd zulegt, bei dem was ein Pferd kostet.
Also da retten mich DIE 200 Euro auch nicht mehr. Sorry Tüte
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 21:46

Ähm... war das gerade ein kleiner Vorwurf an mich @Nedserd? Oder war das mit den 200€ ganz allgemein geschrieben?

Nur um es nochmal ganz klar zu machen: Ich habe mein Pferd NICHT wegen dem Geld zum Schlachter gebracht, sondern aus anderen Gründen, dich ich auch schon beschrieben habe.

=> Nur um Missverständnisse auszuräumen <=

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Nedserd am Mo Dez 03 2012, 21:55

Nö ging nicht gegen dich, sondern allgemein.
Ich bin ehrlich. Ich habe mir nicht alles durchgelesen. Und schon gar nicht über die Preise die gehandelt werden um das Fleisch meines Pferdes (betrifft ja alle). Da krieg ich ne Gänsehaut, aber wie gesagt jedem das seine.
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Pensiero am Mo Dez 03 2012, 22:02

Puh Okay, dann gibt es da keine Missverständnisse! Janein

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Di Dez 04 2012, 06:52

Uff... ich finde das Thema ein sehr schwieriges und vorallem ein sehr persönliches.
Ich stand ja erst vor 3 Monaten vor genau dieser Situation... und mir treibt es immernoch die Tränen in die Augen.....

Ich hatte meine Maus 10 Jahre lang, habe sie bekommen, als sie 16 Jahre alt war. Sie wurde vom Vorbesi gespritzt und lief beim Probereiten top. Klar, Tunierpferd M Springen, M Dressur... Das änderte sich bald, als sie zu Hause ankam. Sie lief nur noch auf den Hinterbeinene, also ab in die Klinik... Diagnose:
- Hufrollenentzündung mit 4. Stadium
- Artrose
- Spat
und und und
Pferd war nur noch bedingt und ganz ganz leicht belastbar, mit Medikamenten und Spezialbeschlag haben wir sie erstmal aufgepäppelt.
Dann kamen die Überlegungen, meine Ellis haben gesagt: die geht wieder zurück... aber da haben sie nicht mit mir gerechnet! Ich habe Sitzstreik vor ihrer Box gemacht und nach zwei Wochen hin und her haben sie gesagt, dass sie den Anwalt eingeschaltet haben. Es gab eine Gerichtsverhandlung und Geld vom Kaufpreis zurück. Pferd konnte bleiben!!! Wir haben gesundheitlich viel, sehr viel mit ihr durchgemacht! Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht sie weg zu geben!!! Ich war damals 14 und hatte sicher andere Pläne, als mein Oldie Pferd spazieren zu führen... Aber sie war mein Sonnenschein und sie blieb, vor 4,5 Jahren durfte sie dann gar nicht mehr geritten werden. Auch hier kam für mich nie die Frage auf sie als Beisteller zu verkaufen, sie war mein Beisteller.

Ich habe mir immer gewünscht, dass sie einschläft, aber sie hatte zum Schluß einfach so unheimlich große Schmerzen, dass es unverantwortlich gewesen wäre so lange zu warten, bis sie von sich aus aufgibt...

Ihre Artrose war total verknöchert, sie lief wirklich schlecht, ihre Hüfte knickte immer ein, ach ich weiß schon fast nicht mehr, wo ihre Schmerzen anfingen und wo sie aufhörten... ich hätte sie mit Schmerzmitteln noch ein bisschen am Leben halten können, aber erstens hätte das das Problem nicht behoben und zweitens hatte sie einen Herzfehler und ich glaube kaum, dass Schmerzmittel täglich und ein Herzfehler so gut miteinander klar kommen...

Ich weiß, dass ich fast 11 Jahre lang ALLES für dieses Pferd gegeben habe und sie war sooo eine treue Seele, wir haben so viele Dinge erlebt und sie hat mich durch eine schwere Zeit gekleidet,,, ich hätte sie nie, nie im Leben zum Schlachter bringen können... ich hätte mich gar nicht über das Geld freuen können, für mich wären das ein paar dreckige Scheine gewesen... verdammt, bei dem, was man in ein Pferdeleben investiert kommt es doch auf die letzten 300 Euro auch nicht mehr an!!! Krass gesagt hat man das doch über die wegfallende Stallmiete schnell wieder raus...
Wir haben unsere Maus soooo schön verabschiedet!
Wir haben sie nochmal richtig schön gemacht,
ihr die Mähne eingeflochten, mit Blümchen und co.
ich habe ihr einen Brief geschrieben und ihn mit in die Mähne eingeflochten und einen kleinen Holzvogel habe ich mit eingeflochten, er sollte ihr seine Flügel leihen,
es waren Freunde und meine Familie da um Abschied zu nehmen, sie ist unter einem wunderschönen Apfelbaum, ganz friedlich eingeschlummert, ich lag lange bei ihr und es war sehr schön und alle wussten, dass es für sie das Beste war....
so viele Menschen haben an sie gedacht, so viele Kerzen haben gebrannt....
Ich würde es immerwieder so machen, hoffe aber, dass ich nicht so bald wieder vor dieser Situation stehen muss...

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Di Dez 04 2012, 07:41

Um es auf den Punkt zu bringen: Einfach ein würdevoller Abschied!

Keiner von uns lebt ewig und wenn die Zeit gekommen ist, dann ist sie gekommen. Nur das "Wie", das liegt ganz allein an uns!

Das Pferd irgendwo beerdigen, das würde ich allerdings auch nicht. Erstens ist das echt mords-teuer und zweitens geht es in diesem Fall ja nur noch "um die leblose Hülle", die nichts mehr fühlt. Für mich spielt es keine Rolle, ob und wo der Körper von jemandem begraben ist, weil es letztendlich bei jedem Lebewesen nur auf die Seele ankommt.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Teami am Di Dez 04 2012, 09:57

Javellin schrieb: Für mich spielt es keine Rolle, ob und wo der Körper von jemandem begraben ist, weil es letztendlich bei jedem Lebewesen nur auf die Seele ankommt.

schön geschrieben... Yes
Mir sagte mal letztens jemand und ich denke seitehr öfter drüber nach:
Nicht unser Körper hat eine Seele , sondern unsere Seele zur Zeit einen Körper.

@Frieda7: deinen Text zu lesen ging mir sehr ans Herz.
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Di Dez 04 2012, 10:07

Danke...
Ja ich sehe es auch wie Javellin.

Die Seele sucht sich eine Hülle aus, mit der muss sie dann klar kommen, egal welche Macken sie hat. Es macht sicher auch einen Sinn, warum alles so kommt, wie es kommt. Auch wenn man es im Moment nicht begreifen kann. Das ist Schicksal. Man muss einfach das Beste drauß machen. Stirbt das Pferd, dann bleibt der leere Körper, die Seele sucht sich ein neues zu Hause. Also gehe ich auch davon aus, dass meine Maus früher oder später in einem anderen Körper zu mir zurück kommt und von daher finde ich sterben nichts schlimmes.
In Welfares Fall ist es gut gewesen, jetzt kann sich ihre Seele von den Strapazen erholen, ist sie wieder rein und fit sucht sie sich einen wunderschönen neuen Körper und ich hoffe, dass uns in ihrem neuen Leben eine leichtere Zeit bevor steht...sie hätte es wirklich sehr verdient eine gesunde Hülle zu bekommen...

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Di Dez 04 2012, 12:45

Schaut mal......das wird in Kürze bei uns aufgemacht. Da bin ich sehr gespannt drauf, wie die Seite weiter gestaltet wird und was da noch an Info´s zusammen kommt.

http://www.pferdebestattung.com/index.html

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Saribra am Mi Dez 05 2012, 10:09

einfach unglaublich! sein eigenes pferd zum schlachter begleiten, das geht ja gar nicht! vz
mein tier sollte in ruhe einschlafen können, und in frieden unter der erde ruhen.

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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von sandstrand am Mi Dez 05 2012, 10:37

die Ablehnung ist doch jetzt wirklich zu pauschal. Unterm Strich kommt es darauf an was für das Pferd am besten/ruhigsten ist. Leider schlafen nicht alle Pferde in Ruhe ein...schön wärs
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Re: Schlachten oder einschläfern?

Beitrag von Gast am Mi Dez 05 2012, 10:43

Ja das wäre tatsächlich zu schön... wie schon gesagt, ich hätte es mir auch für meine Stute gewünscht. Aber es wäre doch eine weitaus größere Qual für sie so lange zu warten, bis sie von sich aus aufgibt, als das ich sie gehen lasse.

Außerdem denke ich, dass man sich erstmal außführlich mit dem Thema Schlachten befassen muss, um urteilen zu können...
Es gibt wohl auch Schlachter, die an den Hof kommen, das Pferd dort schießen und dann in den Hänger ziehen oder im Hänger schießen.

Ich persönlich in meinem Fall hatte auch einfach nicht gunug Zeit mich damit zu befassen. Außerdem war ich seelisch nicht in der Lage in diesem akuten Fall noch solche Wege auf mich zu nehmen...

Jetzt, wo ich die Sache wieder nüchterner betrachte, werde ich sicher mal einen Schlafthof besuchen. Wenn es nur dazu dient meinen Horizont zu erweitern!

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Re: Schlachten oder einschläfern?

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