When two worlds come together

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When two worlds come together

Beitrag von DunLee am Mo Jul 06 2015, 17:47

When two worlds come together,...

Letztes Wochenende trafen sich in der Niedersachsenhalle in Verden  Christoph Hess,  Uta Gräf, Luis Lucio sowie Linda und Pat Parelli für eine wegweisende Mission: die deutsche Dressurreiterei mit dem Horsemanship zu vereinen.
Um mir von Pat, der bei vielen in keinem guten Licht steht, selber ein Bild zu machen, startet ich Sonntag früh um 7 Uhr mit einer Freundin Richtung Bremen.
Der Tag startete mit einer Session von Pat mit einem Pferd, welches am Samstag ziemlich frei gedreht haben soll. Das Pferd war sehr aufgeschreckt, ängstllich und hilflos in dieser für ihn unfassbar gruseligen Umgebung.  Neinja
Pat spielte mit ihm in aller Ruhe vom Boden aus und das Pferd wurde merklich ruhiger. Ich habe tolles und harmonisches Horsemanship mit viel gegenseitigem Respekt gesehen. Er hat alles was er machte erklärt und erklärte warum er es gerade so und nicht anders macht. Er war in keinster Weise hart, brutal oder unfair! In dieser Stunde habe ich ihn als einen sehr ruhigen, fast schon ein wenig introvertierten Menschen wahr genommen.
Danach ritt Uta Gräf zwei ihrer Pferde vor und erklärte ihren Ansatz des Horsemanship bei der Dressurarbeit. Beispiel: Wenn sie an einem Gegenstand vorbei ritt, der für das Pferd gruselig war, hat sie ihr Pferd nach innen (vom Gegenstand weg) gestellt und danach als Belohnung ihren Körper entspannt und dem Pferd damit ein positives Gefühl gegeben. Dieses widerholte sie so lange, bis sie das Pferd an dem Gegenstand ohne Stellung vorbei reiten konnte und direkt in die Entspannung und damit Belohnung für das Pferd gehen konnte. Ein guter Ansatz, aber für mich nicht hinreichend umgesetzt. Darüber hinaus hätte ich zunächst einmal ihr ganzes Gedöns am Reithalfter abgeschnallt, damit die Pferde vernünftig atmen können!
Anschließend wurden zwei Auktionspferde unter dem Reiter gezeigt, was unfassbar schlecht geritten war. Um eine Userin aus einem anderen Forum zu zitieren "Zwei zugeschnürte Strampelfritzen". Besser hätte ich es nicht formulieren können! Linda hat dem einen jungen Mädchen ein bisschen Unterricht gegeben: Control of the hind quarters und indirekter Zügel war das Motto.
Sie sollte mit dem völlig hektischen Pferd auf den kleinen Zirkel kommen und immer, wenn er schneller wurde die HH 360 Grad um die VH weichen lassen (ohne viel Druck und Energie aufzuwenden - den Körper möglichst entspannt lassen und locker mitschwingen), danach ging es zur Entspannung in den Zirkel zurück.
Ein Satz den sie stetig widerholte (und die Reiterin leider nicht befolgte) "long reins and trust him as possible"
Man konnte einen Effekt sehen, leider hat die Reiterin sich nicht 100 % auf das Experiment eingelassen.
Und dann kam eine Schülerin (Marion Oesch) von Linda mit ihrem Oldenburger "Whisper" herein und ich dachte nur: ENDLICH!!!  Happy  Sie hat mit ihm Liberty in der Halle gespielt und das Publikum war wie gebannt. Der stolze Blick des Pferdes hat mich so beeindruckt und ihre ganze Session gefesselt. Ich konnte in keiner Sekunde ein unterwürfiges in die erlernte Hilflosigkeit getriebenes Pferd sehen! Der Blick des Pferdes war stolz und er zeigte große Freude an der gemeinsamen Bewegung.
Die beiden bewegten sich wie ein Wesen in völliger Harmonie. Keine Tricks, kein einstudiertes Pattern und immer ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Zweimal ist er ihr im gestreckten Gallop "abgehauen", um die Halle zu erkunden. Sie war völlig gelassen, hat ihn sich alles angucken lassen
und einfach weiter freestyle gespielt. Dabei zeigte sie Dinge wie Piaffe, sideways, Schulterherein und vieles mehr. Und ja auch diese Dinge gehen liberty!
Zum Schluss hat Pat eine Hannoveraner Stute (zum Klauen schön!!) vom Boden und unterm Sattel gezeigt. Er ist mit ihr Übergänge am langen Zügel geritten, hat erklärt wie er diese einleitet und noch vieles mehr. Er hat klar formuliert worauf es ihm ankommt und was er vermitteln möchte. Sein Sitz im Sattel ließ zu wünschen übrig  schreck , wie sagte er so schön "I´m a cowboy. My wife says half cow, half boy"

Mein Fazit: So wie Marion es macht muss es sein, so muss der Ausdruck des Pferdes aussehen und DAS müssen die Menschen sehen!
Für mich sind es leider immer noch zwei Welten, die dort aufeinander prallen. der Hannoveranderverband hat meiner Meinung nichts umsetzen können und hat diesen Tag einzig und allein dafür genutzt seine Pferde, die in der Auktion versteigert werden sollen, vorzustellen. Leider hatte ich im Endeffekt mehr "Oha" als "Aha" Erlebnisse  Neinja
Die Menschen sollten endlich mal die Augen auf machen und anfangen zu denken!

By the way: es durfte kräftig gefilmt und Fotos gemacht werden, was ich so nicht kenne!! Heute morgen, bevor Linda und Pat wieder nach Hause fliegen, um 8:15 Uhr fand (ganz spontan gestern vereinbart) nochmals ein öffentliches Training (gratis zum zusehen) in der Niedersachsenhalle statt. Leider wohne ich 120 km entfernt und für eine Stunde hätte sich die Fahrt nicht gelohnt  No

Vielleicht war einer von euch ebenfalls an einem der Tage dort und möchte sich ein wenig austauschen Yes

In diesem Sinne: keep it natural Wink

DunLee

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Re: When two worlds come together

Beitrag von Fellnase am Mo Jul 06 2015, 19:12

Zwei aus unserem Stall waren wohl auch dort, aber ich habe sie danach noch nicht gesehen um zu fragen, welche Eindrücke sie mitnahmen.
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