Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

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Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Ostfriesenmädel am So Apr 19 2015, 19:34

Guten Abend,

ich habe seit März letzten Jahres eine neue Stute, welche als extremer Freikopper zu mir kam.

Sie freikoppte auf der Weide, im OS, am Putzplatz, beim füttern und das täglich.

Nach ein paar Wochen bei mir in Offenstallhaltung war dieser sog. Stereotyp von einem auf dem anderen Tag komplett weg.

Ich war wirklich erstaunt und froh, dass dieses Verhalten sich nicht mehr zeigte und wir konnten nach einer Eingewöhnungphase Platzarbeit, Ausritte und auch Anhängerfahrten in schönes Gelände unternehmen - also alles fein.

Dann zum Oktober zeigte sich dieses Verhalten wieder, ohne dass ich was geändert habe. Nicht ständig wie als sie bei mir einzog, aber bald schon tägl., sei es am Putzplatz oder bei der Fütterung.

Zudem konnte ich das Hänger fahren auf einmal komplett vergessen, da sie zwar wie gewohnt cool drauf ging, während der Fahrt aber randalierte und beim abladen bis auf die Haut nass geschwitzt war.

Jetzt, wo die ersten Sonnenstrahlen sich länger halten freikoppt sie nur noch ab und an und ist im ganzen wieder zufriedener - wie ich finde.

Daher meine Frage . . .

Kann es sein, dass Ihr das Schmuddelwetter so sehr aufs Gemüt schlägt, dass dieses Verhalten wieder aufflammt ?

Hat jemand ähnliche Beobachtungen bei einem Pferd mit so einem Stereotypen machen können ?

Wenn ja, was kann ich in der Schlechtwetterperiode machen, dass es nicht wieder so verstärkt wird ?

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Mokka am So Apr 19 2015, 19:50

So auffällig nicht. Mein Alter koppt ganz selten mal, im Winter gar nicht, im letzten Sommer mehr. Ich vermute, dass es an den längeren Fresspausen im Sommer liegt (Pferde gehen stundenweise auf die Wiese, 2x am Tag) und werde daher diesen Sommer mittags noch Heu zufüttern.

Vielleicht ist es bei deiner Stute umgekehrt Verwirrt bin Winter = weniger Gras auf der Koppel, Herbst = zuwenig Gras, dadurch eher Magenprobleme? Oder irgendwann im Winter gar keine Wiese mehr? Mehr Streß in der Herde wegen weniger Platz oder "Kampf" um das weniger werdende Gras?
Ansonsten könnte ich mir schon vorstellen, dass auch Pferde etwas winterdepressiv werden...

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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Ostfriesenmädel am So Apr 19 2015, 20:05

Ich habe nur 3 Pferde (2 Warmblüter und 1 Pony) und das Pony steht Abends seperat, da es sonst zu dick wird.

Die Pferde dürfen Sommer wie Winter tägl. von ca 5 Uhr bis 20 Uhr auf die Weiden, Nachts steht der OS mit Sandpaddock zur Verfügung.

An weniger Futter ansich kann es nicht liegen, da ich gerade im Herbst / Winter die Netze fast durchgängig voll habe, da natürlich auf den Weiden weniger drauf ist.

Magenprobleme müsste ich aber mal überdenken, denn natürlich ist das Futterangebot im Herbst / Winter anders - mehr Raufutter, weniger Gras und leider auch weniger Bewegung durch mich, da ich nur einen Rasenreitplatz am Haus habe.
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Pensiero am So Apr 19 2015, 20:43

Ich hatte auch zwei Pferde mit Stereotypien. Beides langjährige, ausgediente Zuchtstuten.

Die eine Stute hat gewebt. Als sie dann zu mir kam und sehr viel auf der Weide war, webte sie nur noch ganz selten. Und auch nur, wenn sie z.B. mal verletzungsbedingt in der Box bleiben musste oder wenn sie meinte, sie müsste viel schneller ihr Kraftfutter bekommen. Da konnte man nichts mit dem Wetter in Verbindung bringen.

Die zweite Stute koppte (beim Aufsetzen auf die Tränke, sonst nicht) und machte dieses Boxenlaufen. Auch hier war zu sehen, dass sie beides nur noch selten machte und wenn, dann nur in Stresssituationen. Gegen das Aufsetzen auf der Tränke habe ich etwas gebastelt, sodass sie es nicht mehr tun konnte. Aber auch hier keine Verbindung zum Wetter. Sondern nur, ob ihr langweilig war bzw. wenn sie ungeduldig war.

Ich könnte mir bei Deiner Stute vorstellen, dass sie nach dem Umzug erst mal geflasht war und durch die vielen neuen Eindrücke gar nicht mehr ans Koppen dachte. Nun hatte sie sich wohl im Oktober eingewöhnt, alles war nicht mehr so spannend sondern bekannt, der Alltag zog ein und dann könnte sie wieder in ihr altes Muster verfallen sein.

Das ist keine Kritik an Deiner Haltung, denn die finde ich der Beschreibung nach wirklich toll! Am Futterangebot kann es bestimmt auch nicht liegen. Ich tippe wirklich auf Langeweile. Versuche mal, dass Du nochmal neue Reize einbringst. Lege z. B. Tannenwedel auf den Paddock.

Ich weiß, dass solche neuen Reize nicht einfach einzuführen sind. Man kann ja nicht 24/7/365 zum Vergnügen des Pferdes bereit stehen. Aber wie gesagt, ich denke, Deiner Stute ist langweilig weil sie sich nun sicher fühlt und alles kennt und da behilft sie sich mit Koppen.

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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Ostfriesenmädel am So Apr 19 2015, 22:25

Wenn es Langeweile im Herbst / Winter sein sollte, frage ich mich, warum dieses Verhalten jetzt wieder nachlässt, obwohl ich noch nicht wieder mit dem regelmässigen Training begonnen habe.

Sicher ist es im Herbst / Winter langweiliger, da ich keine Halle am Haus habe und die auch freiwillig bei Shietwetter tagsüber auch mal im Offenstall stehen (im Sommer kommen die nur zum saufen freiwillig rein oder wenns zu warm ist), aber daran kann ich nichts ändern, da müssen wir halt leider alle durch.

Ich habe halt beobachtet, dass sie im Sommer auch viel auf der Weide liegt und ganz entspannt döst und feste schläft, das ist im Herbst / Winter nicht der Fall. Sie legt sich im Offenstall halt auch hin, ist aber einfach nicht so ausgeglichen, da es dann tagsüber oft "bäh" ist.

Werde aber versuchen, dass ich irgendwie möglich dann noch mehr Abwechslung ins Pferdeleben bringe, wenn ich wetterbedingt nicht zum reiten / bewegen komme.
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Licke am Mo Apr 20 2015, 07:06

Koppen hat ja oft was mit dem Magen zu tun. Im Herbst/Winter steuern zumindest bei Menschen die Magenprobleme. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Von daher würde ich Einen körperlichen Zusammenhang sehen.
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von TrotterGirl am Mo Apr 20 2015, 18:55

Ich betreute einst einen Aufsetzkopper.
Hauptsächlich am Putzplatz und beim Heufressen koppte er. Stand auch im Offenstall, hat die Raufen ganz schön hergerichtet, aber vom Wetter war das nicht abhängig. Er tat es einfach, obwohl er oft bewegt und geistig wie körperlich gefordert wurde, vielleicht sogar überfordert...

Also ich glaube nicht, dass das vom Wetter abhängig war, eventuell eher wegen dem Aus der Weide?
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Ostfriesenmädel am Do Apr 30 2015, 12:00

Ich habe keinen wirklichen Anhaltspunkt, woran es denn nun liegt, dass das Freikoppen wieder nachgelassen hat.

Vielleicht liegt es doch daran, dass ich jetzt wieder mehr Weide zu Verfügung stelle, das ist aber auch nur Spekulation.

Fakt ist: Jetzt aktuell frei koppt sie nur noch einmal, wenn ich sie nach der Platzarbeit / Ausritt od. Bodenarbeit wieder auf die Weide lasse und sonst gar nicht mehr.
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von blondie am Do Apr 30 2015, 12:46

hm kann schon sein das es mit der Psyche zu tun hat Yes

Die Tage werden länger der Stoffwechsel wird angeregt das Sommerfell kommt.... Sonne, auch Pferde haben ein Gemüt Yes

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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

Beitrag von Ostfriesenmädel am Do Apr 30 2015, 13:03

Ich werde es auf jeden Fall beobachten, habe aber auch schon eine Vorstellung von einem Paddocktrail für den Winter im Kopf, damit es ggf. noch etwas mehr Abwechslung draußen gibt, wenn die Tage wieder kurz und ungemütlich werden.

Jetzt kommt aber erst mal der Frühling und Sommer Frühling
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Re: Wetterbedingte Verstärkung eines Stereotypen ?

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