"Rai Reiten"

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von LeaSikora am Mi Jan 09 2013, 14:56

hab mir das letztens mit der Körperdrehung noch mal überlegt. Was wenn man sich nach hinten umschauen will? dann würde das Pferd doch mitgehen... gibt es eine Reitweise die Körperdrehung und eine gebisslose Trense kombinieren?

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Sternchen am Mi Jan 09 2013, 15:26

Naja, also wenn ich mich normal im Sattel umdrehe dann drehe ich mich normalerweise ein wenig anders um als bei der Körperdrehung, und das Bein fehlt auch, also das leg ich dann ja nicht an. Also ich hatte bei meinem Rai-Pony damit keine Probleme. Zwinker

Naja Körperdrehung... es gibt keine Reitweise in der man generell gebisslos reitet, aber man kann ja "normal" Englisch oder Western reiten, und das mit einer gebisslosen Zäumung?
Und bei guten Trainern sieht man es oft, dass man viel Wert auf Gewichts und Schenkelhilfen und weniger auf Zügelhilfen legt.

Oder hab ich dich falsch verstanden?

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von sisi am Mi Jan 09 2013, 18:19

Das hast du richtig verstanden. Zwinker
Meiner Meinung nach kann man in jeder Reitweise gebißlos unterwegs sein. Ist aber auch die Frage, wie das Pferd damit klar kommt und genauso wie bei Gebissen gibt es viele verschiedenen Varianten und man muß ausprobieren, was dem Pferd am besten liegt.
Wobei da wieder die alte Frage auftaucht, ob gebißlos auch immer sanfter ist. Das ist es nämlich nicht. Viele gebißlose Zäumungen sind sehr scharf. Wozu meiner Meinung nach auch das Bändle gehört.
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Sternchen am Mi Jan 09 2013, 18:41

*zustimm*
Mein Mädel meint, es ist schärfer als unser Blümchen mit Anzügen!
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Gast am Mi Jan 09 2013, 19:00

@Sternchen schrieb:*zustimm*
Mein Mädel meint, es ist schärfer als unser Blümchen mit Anzügen!

Stimmt. Das liegt schlichtweg auch daran - neben dem groben Zwirn - dass das Bändele praktisch nur sehr lose "um den Kopf herum hängt". Wenn ich nun daran ziehe, lenke oder wie auch immer Zwinker , dann ist der "Weg zum Pferd" länger als bei einer Zäumung die näher am Kopf verschnallt ist.

Das wird aber leider auch bei anderen Zäumungen gerne mal missverstanden, dass man denkt, dass das lockere Verschnallen dem Pferd angenehmer ist. Denn das stimmt nicht, weil die Hilfen dabei nicht so schnell und präzise ankommen. Dadurch wird insgesamt die Kommunikation mit dem Pferd "schwammiger" und es ergeben sich mehr Missverständnisse.

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von LeaSikora am So Jan 13 2013, 10:24

Denk ich auch wenn man sich das mit gesundem logischen Menschenverstand durchdenkt, wenn eine Zäumung losehängt dann reibt die ja auch bei jeder Bewegung.

Also ich nehm davon wieder Abstand, noch dazu weil der Stall dort bei uns nur Araber hat so wies aussieht xD und denen will ich mich nicht zumuten.

Wenn ich Gebisslos reiten wöllte, kann man ja von der ganz normalen englischen oder auch hannoveranischen Trense das Gebiss wegnehmen und hat dann eine festsitzende nicht-scharfe Zäumung richtig? und der vorderse riemen sitzt auch weit vorn an der Nase so dass da doch recht viel Kontrolle ist denk ich mal.

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Teami am So Jan 13 2013, 11:00

Wenn du gebisslos reiten willst und nicht auf käufliche Zäumungen wie Glücksrad, Blümchen, Bitless Bridle und was sonst noch so an "nicht scharfen" gebisslosen Zäumungen auf dem Markt ist, zurückgreifen willst, würde ich dir doch zum Kappzaum raten. Wenn der gut sitzt, scheuert da nichts. Bei einer umgebauten Trense , denke ich, kann dann ohne Gebiss wohl mal was scheuern.
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Monky am So Jan 13 2013, 19:16

Wir haben auch einen Thread über gebissloses Reiten und den gebisslosen Trensen und dessen Wirkung. Da würde es dann besser passen Yes

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Um wieder zum Thema zurückzukommen... :D

Beitrag von Josi am So Okt 27 2013, 18:24

Hallo an alle Lächeln
Ich finde es schon ein bisschen komisch, dass das Thema schonmal in Anführungszeichen geschrieben wurde... Es heißt Rai-Reiten und nicht "Rai Reiten".

Für alle die, die sagen, Fred Rai hätte das Rad neu erfunden:
Nein, er hat es nicht neu erfunden. Seine Grundtheorie beruht darauf, dass Pferde keinen Schmerzlaut haben. Er war der erste, der das auch publiziert hat. Deshalb muss in seiner Philosophie auf offensichtlich schmerzerregende Hilfsmittel wie z.B. Gebisse oder Sporen verzichtet werden. Das dürfte ja im Forum "Sanftes Pferd" schonmal nicht fehl am Platz sein.
Die Reitweise IST darauf aufgelegt, dem Pferd keine gesundheitlichen Schäden zuzufügen. Grundlage für Muskelaufbau und Gymnastizierung ist LOSGELASSENHEIT. Und die soll ständig erhalten werden, eben auf der Grundlage, das Pferd nicht zusammenzuziehen und in seinem natürlichen Gleichgewicht zu sitzen. Der Mensch hat dazu sehr viele Wägungen durchgeführt und auch, ihr werdet es nicht glauben, mit BIOMECHANIKERN (Dr. Gerd Heuschmann) geredet. Es GIBT wissenschaftliche Grundlagen für die Reitweise, für den Sitz (der übrigens im Idealfall kein Stuhlsitz ist... es ist auch einfach, Videos von schlechten Reitschülern reinzustellen und darauf herumzuhacken... nur mal so am Rande). Ich selber finde den Sitz für mich nicht natürlich, so ganz abgekippt und sitze deshalb etwas aufrechter.
Über das ach-so-scharfe Bändele muss ich jetzt hoffentlich nicht schreiben, das ist mir zu albern. Es besteht aus geflochtetem Nylon. Innendrin ist -oh nein- ein dünnes DRAHTgeflecht, das mit einer Gummihülle ummantelt ist (nur im Nasenteil). Es wird im Idealfall mit dem Bändele Null Einwirkung angestrebt, weshalb ganz viele Raireiter eh nur mit Halsring oder ganz nackig reiten, da das ganze ja auf Gewichtshilfen und Körperdrehung beruht. Ja, ein gut ausgebildetes Pferd bleibt tatsächlich durch Entlastung der Steigbügel und Gewichtsverlagerung nach hinten stehen. Es ist einfach nur logisch, wenn man einmal den Text dazu gelesen hat.
So, zum Thema Leckerlis geben.
Die Ausbildung/ Erziehung beruht auch auf Belohnung, da Tiere und Menschen bekannterweise durch Belohnung besser und motivierter lernen als auf Strafe. Wenn ihr alle das schon so macht ist das toll. :)Nur, in den Englischställen in denen ich war, hat es wirklich eigentlich nur Strafe  gehagelt für die Pferde. Und wenn die Leute dort Leckerlis gegeben haben dann irgendwie in total sinnlosen Situationen. Obwohl man den Fresstrieb der Pferde eben so toll zum Lernen ausnutzen kann! Ich meine, im real life stehen die 10-16h und fressen.
Die "Tante" von diesem Traber hat ihm hoffentlich das Leckerli in ZH mit dem Belohnungston gegeben? Es ist wie Clickertraining, nur mit Stimme. Die meisten sagen halt "Hoho" oder sowas, weil man das auch in kniffligen Situationen zur Beruhigung einsetzen kann- denn dieser Ton wird mit Belohnung verbunden.
Fred Rai ist kein selbsterklärter Pferdeflüsterer! Andere Leute sagen es einfach so hin, ohne sich wirklich damit auseinandergesetzt zu haben  (und damit meine ich nicht, sich 45min eine Vorstellung bei der Equitana anzuschauen. Wenn man perfekte Pferde sehen will muss man eben woanders hingehen.) Er hat sich einfach ein ganz simples System ausgedacht, das auf Lernen durch Belohnung, also positive Konditionierung und auf Gefühlsübertragung im Sinne von Dominanzausübung funktioniert.


So, nun könnt ihr mich herunterrichten! Aber ich erkläre auch gerne, falls ich mich schlecht ausgedrückt habe... und alles hier hinzuschreiben ist so viel Arbeit.
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Fellnase am So Okt 27 2013, 18:42

@Josi, wir sind ein kleines, persönliches Forum und deswegen wünschen wir uns, dass jeder sich hier vorstellt.

Gruss, Admin
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Josi am So Okt 27 2013, 18:50

@Fellnase: Okay, ist jetzt geschehen.
LG Josi
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Mokka am So Okt 27 2013, 19:32

Das man seinem Pferd nicht schadet, wenn man sich in begrenztem Maße losgelassen ohne große Einwirkung herumtragen lässt, dagegen sag ich nichts. Mit dem dauerhaft ohne Sattel reiten habe ich allerdings ein Problem- nicht umsonst sollen Sättel das Reitergweicht auf eine größere Fläche verteilen.

Ebenso das sehr dünne Stück Nylon (das IST scharf, legs dir mal übers Schienbein). Bis man das nicht mehr braucht, muss man erstmal üben. Nur weil ich mich mit Bänlde und ohne Sattel drauf setze, läuft das Pferd nicht automatisch losgelassen. Gymastizierung nach klassischen Grundsätzen ist mit dem Bändle nicht möglich, da keine seitliche Einwirkung vorhanden ist. Den Kopf runter zuppeln kann man damit wunderbar, korrekte Stellung und Biegung sehe ich als sehr zweifelhaft an.

Ich sage nicht, dass Rai- Reiten Tierquälerei ist, ein sehr guter Reiter wird auch mit dem Bändle etwas erreichen, aber schadlos und der Gesundheit des Pferdes förderlich ist es nicht.

Die wissenschaftlichen Begrüungen würden mich interessieren.

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Josi am So Okt 27 2013, 19:41

@Mokka: Rai-Reiten ist nicht Reiten ohne Sattel.. ich habe "nackig" in Form von "ohne Zäumung" gemeint Lächeln . Das ohne Sattel reiten nicht gerade angenehm fürs Pferd ist, weil es total den Druck unserer Sitzhöcker spürt, ist mir klar. Lächeln
Ja, das Bändele kann unangenehm werden, aber es soll die Schmerzgrenze nciht überschreiten. Es gibt auch keine Hebelwirkung wie bei mechanischen Hackamores, und es gibt keinen Maulschluss... wenn das Bändele als scharfe Zäumung wirkt, wird es falsch angewendet. Das man nun kein Seidenband über die Nase legt dürfte ja auch einleuchten oder? Wie soll man das nur erklären...
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Mokka am So Okt 27 2013, 19:49

Ah, da hatte ich die falschen Bilder im Kopf Zwinker

Jede Zäumung ist nur so scharf, wie die Reiterhand. Schmerzgrenze finde ich einen sehr dehnbaren und undefinierbaren Begriff, da hab ich meine Probleme mit.

Ich bevorzuge einen vernünftigen Kappzaum (momentan ein Pluvinel), da kann ich Stellung anfragen.

Warum bevorzugst du den das Bändle? Worin siehst du die Vorteile, z. B. gegenüber einem Kappzaum/ Sidepull/ LG- Zaum?

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Josi am So Okt 27 2013, 20:01

@Mokka: Sry auf den Rest habe ich gerade nicht geantwortet. Ich kann leider noch keine Links posten... vielleicht kann ich morgen nochmal was dazu schreiben, muss jetzt erstmal off.
Auf der Homepage unter Stoffsammlungen gibt es einige Themen, weiß aber nicht, ob die auch fremde Forennutzer sehen können!

Im Prinzip ist es egal mit dem Bändele. Fred schreibt in seinem Buch, dass sowohl Bosal, Sidepull als auch z.B: Bitless Bridle schmerzfreie Zäumungen sind und völlig akzeptabel. Wobei ich mir jetzt beim Kappzaum nicht sicher bin, denn da gibt es ja auch spanische Varianten mit Zacken drin (Serreta?).. die sind wiederum sehr scharf! Nee, aber Pluvinel ist auch völlig ok. Wie gesagt, es muss schmerzfrei sein. Und ehrlich, wenn jemand mit seinem Pferd durch die Büsche bummeln will, kann er sich auch ein preiswertes Bändel holen, statt einem Sidepull oder sonstigem. Darin besteht der eigentliche Vorteil. ^^
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Josi am So Okt 27 2013, 20:02

Also was ich mit dem letzten Satz sagen wollte: Es richtet sich schon ein bisschen nach den Reiter-Pferd-Anforderungen. Lächeln
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Sagrei am So Okt 27 2013, 20:17

Aber jede Zäumung ist schmerzfrei! Erst wenn ich darüber einwirke kann sie Schmerzen verursachen und ein Bosal ist nun weiß Gott nicht die sanfteste Zäumung die man so nehmen kann!
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von azgirl am So Okt 27 2013, 20:32

@ Sagrei.
Wie meinst du das mit dem Bosal ?
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Sagrei am So Okt 27 2013, 20:35

Das es in geübte Hände ehört, weil die Schärfe mit dieser Zäumung eben nicht zu unterschätzen ist. Ich habe gelernt, dass diese Zäumung eine gute Ausbildung vorraussetzt, denn in ungeübten Händen ist sie alles andere als schmerzfrei. Was ja nun für jeden Ausrüstungsgegenstand gilt.
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Avaris am So Okt 27 2013, 20:41

Josi, ich fand das sehr interessant Lächeln Ich finde allerdings auch, dass du es viel sinnvoller erklärt hast als sämtliche Erklärungen, die ich zum Rai-Reiten bisher gelesen habe. Klang sehr viel weniger nach "nachgeplappert".

Ich hätte da tatsächlich übrigens eine Frage, und zwar zum Belohnungston in brenzligen Situationen. Da neige ich auch immer dazu, mit möglichst ruhiger tiefer Stimme auf mein Pony einzulabern (bei uns ist es "eeeeeeasyyyyy", das kennt er zum langsamer-werden). Vorher habe ich es auch mit "Ruuuhig-feeein" probiert, aber dann meinte eine Stallkollegin, damit (=mit Belohnungsworten) würde man das Pferd noch dafür loben, dass es gerade anfängt sich aufzuregen. Die Denkweise fand ich interessant. War mir so noch nie in den Kopf gekommen. Danach habe ich auch "eeeeasyyyy" umgeschwenkt.
Was sagst du aus eigener Erfahrung dazu? Ist dir mal sowas aufgefallen, dass das Pferd sich womöglich bestätigt fühlt im Sich-Aufregen?

Hat jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr soooo viel mit dem Thema an sich zu tun, aber gut Lächeln

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Mokka am So Okt 27 2013, 20:53

Avaris: Wenn den Pferd "ruhig- fein" als Belohnung KENNT und ERKENNT, dann bestätigst du das sich- aufregen. Du belohnst es ja, also muss es aus Pferdesicht richtig sein. Martin Rütter erklärt das oft bei Hundebesitzern ;-) Ich bin aktuell beim ignorieren bei sich- aufregen. souveräner Chef obendrauf zeigt dem Pferd, dass es nichts zum Aufregen gibt.

Bei Bosal stimme ich sagrei zu. Ich habe das immer unterschätzt. Vor einiger Zeit schrieb aber eine Anhängerin der altkalifornischen Reitweise in einem anderen Forum mehr darüber. Fazit: Bosal ist absolut korrekt anzupassen, prinzipiell recht scharf. Dadurch ist- bei versiertem Reiter- eine sehr, sehr genaue und feine Hilfengebung möglich, ähnlich einer Kandare.
Für den Normalsterblichen, der sich üblicherweise in Reitforen rumtreibt, absolut NICHT geeignet, sofern kein Reitlehrer vorhanden ist, der sich explizit damit auskennt.

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Mokka am So Okt 27 2013, 20:57

@Josi schrieb:
Auf der Homepage unter Stoffsammlungen gibt es einige Themen, weiß aber nicht, ob die auch fremde Forennutzer sehen können!
Welche Homepage?

Ich habe null dagegen, wenn jemand mit seinem Pferd entspannt durch den Wald reiten will. Mach ich selber meist Yeah aber auch dazu braucht es einiger Vorbereitung/ Ausbildung und hier halte ich das Bändle nicht für die beste Wahl. Weil a) keine direkten seitwärtsweisenden Hilfen möglich sind (ich denke da gerade an junge Pferde oder ein Pferd, das gerade eine andere Idee von der idealen Richtung hat) uind b) das Teil scharf ist- zu scharf für den Ottonormal- nur- durchs- Gelände- bummler mit seinem "günstigeren" (das meine ich nicht abwertend, nur im Sinne von weniger ausgebildet/ Problempferd) Pferd.
Sehrwohl ein Problem damit habe ich, wenn jemand es als "Lehre" verkauft (äußerst gschäftstüchtig...) und alles andere schlecht macht. Und in dem Zusammenhang von "Gymnastizierung" zu sprechen halte ich für... ähm, wie drück ich das aus... falsch.

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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Josi am Mo Okt 28 2013, 09:27

Ok... also...
1. Die Lehre des Rai-Reitens heißt auch nicht: "Los, reite mit unserem Bändele und unserem Rai-Sattel!" Das ist leider das, was als erstes auch immer mit der Definition des Rai-Reitens propagiert wird. Klar, Vermarktung gibt es immer irgendwo...  aber in den Reitläden liegen weißgott keine Rai-Kataloge rum? Man empfiehlt eben das Bändele. Darf ich hier aus einem Buch zitieren, das ich auf meinem Schreibtisch liegen habe?
"Das Bändele
Die einfachste, praktikabelste und preiswerteste Lösung einer schmerzfreien Zäumung ist das von mir entwickelte Schnurhalfter, das sog. "Bändele". Dieses, aus einem reißfesten und dünnen Seil gefertigte Halfter ist das einzige Reithalfter, bei dem die Zügel bis zum Nasenbein aus einem Stück gefertigt sind, sodass sie nicht reißen können. Außerdem ermöglicht diese nicht unterbrochene Zügelführung sensibelste Paraden. Durch die Verknotung hinter dem Unterkiefer und nicht seitlich am Halfter, kann eine Parade wirkungsvoll nach unten gegeben werden. Die Zügellänge ist so bemessen [...] blabla [...]. Das Maulteil ist verstärkt, damit es rund geöffnet um das Pferdemaul herumliegt. Grundsätzlich sollen Reiterhilfen, auch die der Parade, so leicht wie möglich und so hart wie nötig sein. Genau dieses wird mit dem Bändele erreicht. Das Spektrum reicht von der weichsten bis zur unangenehmen Parade, damit der Reiterwille gegen den Ungehorsam des Pferdes durchgesetzt werden kann. Pferde sind keine "Heiligen". Auch in der Natur weist das ranghöhere Pferd seinen unter ihm stehenden Kollegen mit aller Durchsetzungskraft in die Schranken. Schmerz, und somit unkontrolliertes Panikverhalten, kann mit dem Bändele jedoch nicht erzeugt werden."
So die Worte des Erfinders. Auch wenn ich die Dominanz im Sattel habe, kann es natürlich immer sein, dass das Pferd testet, dann muss man eben im Ansatz reagieren, schon wenn die Ohren auch nur in die entgegengesetzte Richtung zeigen- mit einem kurzen Zügelspiel. Und wenn das nicht hilft... ein Pferd sperrt sich ja bekanntlich gegen alle Arten von zu stark eingesetzten Hilfen. In diesem Fall müsste ich mich als Rai-Reiter nochmal mit der Dominanz im Sattel beschäftigen... mit der Zeit fallen die Rangordnungsspielchen dann immer gemäßigter aus, wenn man klarlinig handelt, und ein kluges Pferd probiert es nach genügend Zeit gar nicht mehr. So meine Meinung. Und wie gesagt, die Leute machen nicht alles andere schlecht, das merkt man auch beim Lesen- lediglich bei z.B. Westernkandare mit Gaumenlöffel wird er in seinem Buch offensichtlich wertend. Das ist ja nun wiederum eine Zäumung, die schon ohne Reitereinwirkung, einfach durch Anlegen schmerzauslösend wirkt (@Sagrei)... denn der Metallöffel oder wie das Ding heißt, drückt nur nicht gegen den Gaumen, wenn das Pferd den Kopf unnatürlich senkrecht hält... theoretisch muss der Reiter nichtmal die Zügel annehmen, um sein Pferd in eine erzwungene Versammlungsstellung zu bringen^^

2. Zur Gymnastisierung/Gymnastizierung (mit "z" oder? Der Duden findet leider keines der beiden Substantive, nur das Verb mit "z"... auf der Seite, wo ich gerade las wird es dauernd mit "s" geschrieben o.O)
Unter Rai-Reiter-Forum.de findet man unter Stoffsammlung Rai-Reiten ein Thema "Rai-Reiten & Gymnastisierung- Ein Widerspruch!?". Darauf und auf dem Buch "Natürliches Reiten" beruht im Moment meine Bildung zum Muskelaufbau... alles andere was ich darüber gelesen/gehört habe, bezeichne ich bei mir als Halbwissen, deshalb lest es lieber selbst und sagt mir dann, was daran richtig bzw. falsch ist.

3. Wegen dem Belohnungston:
Also naja... eine aus dem Raiforum hatte z.B. eine schöne Geschichte wo ihr das geholfen hat: sie hatte ein Pferd mit Anbindephobie. Das hat sie dann mit Hoho und Karotten soweit gebracht, dass es sich ohne Probleme anbinden und stehen lassen ließ. Einmal hatte sie ihn zu lang angebunden. Der Wallach nahm also den Kopf runter, kam unter den Führstrick, wollte den Kopf wieder hochnehmen und kam halt sofort in Panik. Sie sieht das aus einigen Metern Entfernung, gibt sich betont gelassen und sagt Hooo-hoo (er war drauf konditioniert). Der Kerl blieb mitten in der Bewegung verharren und guckte nur noch sie an, bis sie kam um ihn zu "befreien". Seitdem bleibt er immer erstmal starr stehen, wenn er in einer misslichen Lage ist, und wartet darauf, dass ihn jemand befreit. :D
Ignorieren ist auch gut, wenn man das auf Anhieb hinbekommt, persönlich die Ruhe selbst zu sein. Aber es ist eben einfach für einen selbst auch beruhigend, wenn man in der Situation irgendwas sagt. Außerdem, das fällt mir gerade ein und macht die Diskussion nicht unbedingt leichter, werden die jungen Pferde für das durchparieren ebenfalls mit "Hoho" konditioniert. D.h., es wird eben auch als Bremston eingesetzt Idee  Hm, im falschen Moment belohnen kann uU denk ich mal wirklich als verhaltensunterstützend wirken. Da muss ich direkt nochmal nachfragen^^

Omg so lang U_U
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Catana am Mo Okt 28 2013, 09:58

Josi, es ist richtig interessant, mal jemanden zu lesen, der ausführlichen Erfahrungen im Rai Reiten hat.
Ich hab nur mal eine kurze Zwischenfrage:
Woran macht Herr Rai eigentlich fest, was für das Pferd schmerzhaft ist und was nicht, wenn er doch sagt, dass Pferde kein Schmerzlaut haben?
Es klingt ein bisschen so, als sage er, dass alles schmerzhaft sei, was nicht in sein Bild passt.
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Re: "Rai Reiten"

Beitrag von Mokka am Mo Okt 28 2013, 10:06

@Josi schrieb:
Unter Rai-Reiter-Forum.de findet man unter Stoffsammlung Rai-Reiten ein Thema "Rai-Reiten & Gymnastisierung- Ein Widerspruch!?". Darauf und auf dem Buch "Natürliches Reiten" beruht im Moment meine Bildung zum Muskelaufbau... alles andere was ich darüber gelesen/gehört habe, bezeichne ich bei mir als Halbwissen, deshalb lest es lieber selbst und sagt mir dann, was daran richtig bzw. falsch ist.
Da ist mehr oder weniger alles nur für Mitglieder, wenn ich das richtig gesehen habe.

Catana: DAS hab ich auch gedacht Friends 
Zumal er ja selber in dem von Josi zitierten Buch schreibt "schmerzlos", aber gleichzeitig "Genau dieses wird mit dem Bändele erreicht. Das Spektrum reicht von der weichsten bis zur unangenehmen Parade, damit der Reiterwille gegen den Ungehorsam des Pferdes durchgesetzt werden kann. " Und warum wird der Reiterwille durchgesetzt- weil das Pferd ein unangenehmes Gefühl (= Schmerz) vermeiden will.

"Parade wirkungsvoll nach unten"- wirkungsvoll, weil sehrwohl Druck erzeugend. Parade nach unten finde ich nicht erstrebenswert.

Ich bleib dabei: Wer mit seinem Pferd gemützlich durchs Gelände turnen will, kann das mit Halfter, Wassertrense oder von mir aus beidem zusammen. Da brauch ich kein Bändle und auch keine Lehre dafür. Wer mit Bändle reiten will, bitte, aber der sollte sich der Schärfe bewusst sein.

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Re: "Rai Reiten"

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