Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Fr Nov 15 2013, 16:47

Eine bekannte von mir wollte ihr pferd auch gebisslos anreiten aber der bereiter besteht auf ein Gebiss
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Fr Nov 15 2013, 16:50

Also Bosal kenne ich nur aus der altkalifornischen Reitweise.
Das kommerzielle Westernreiten in unserem Breitengraden ist eher die texanische Reitweise und da wird ebenfalls früh auf Bit geschult
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Fr Nov 15 2013, 16:57

Bosal ist das kalifornische Hackamore (sagt wikipedia und ich mein, das hab ich auch woanders schon gehört) im Gegensatz zum mexikanischen mit Anzügen.

Josi, auf der von dir verlinkten Seite ist auch die Rede von "weniger sensibel reagierenden Pferden" (beim Sidepull).

EDIT: In vielen, der Klassik verschriebenen Lehren, wird in der Tat mit u.a. Kappzaum angefangen. Branderup, Karl, Stahlecker... Bim Westernreiten kommt es glaube ich sehr auf den Trainer an, hab ich aber auch schon gesehen.
Meines Achtens ist der Sinn des gebisslosen, dass man die Signale, die man am Boden erarbeitet hat (Handarbeit, an der Longe (ohne Gebiss, damit die Longe keine ungewünschten Signale ans Maul gibt)), nach oben mitnehmen kann und mit vier Zügeln die Sigale auf der Nase mit denen am Gebiss kombinieren kann und so dem Pferd einfacher vermitteln kann, was der obendrauf will.
Dazu schont es das Maul des jungen Pferdes, wenn doch mal ein Satz gemacht wird.
Nichtsdestotrotz kommt bei ALLEN Klassikausbildern das Gebiss früher oder später dazu, weil damit eine viel feinere Hilfengebung mäglich ist und man de Unterkiefer direkt ansprechen kann.
Branderup hat meines Wissens nach jetzt allerdings eine gebisslose Zäumung entwickelt, die Kandare und Unterlegtrense ersetzen kann/ soll: Cavemore heißt das Teil. Ob mans braucht Verwirrt bin Es wäre allerdings interessant, warum er sich dazu bemüsigt fühlte, eine gebisslose Zäumung zu entwickeln.


Zuletzt von Mokka am Fr Nov 15 2013, 17:00 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Josi am Fr Nov 15 2013, 16:59

Aha, bei Dir klingt es erstmal verständlicher. Lächeln
(Muss jetzt weg für 2 Tage)
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Fr Nov 15 2013, 17:04

Die Altkalifornier sind meines Wissens nach die einzigen, die "lebenslang"/ während der gesamten Ausbildung mit Bosal arbeiten.

Zu dem verlinkten Video: Ich frag mich ja, wo die ganzen Pferde sind, die auf Grund des Gebisses angeblich Koliken haben sollen... Ich kenne fast nur Pferde, die mit Gebiss geritten werden (und teilweise auch nicht gerade schön...). Die einzigen Pferde, von denen ich weiß, dass sie jemals eine Kolik hatten, leben bei einem nur sehr sporadisch reitenden Rentner- dessen Fütterung allerdings zu wünschen übrig lässt.

Josi: Wink 

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pilgrim98 am Fr Nov 15 2013, 17:59

Dass das Video vom LG Zaum blöde Bilder von Reitern dabei hat, die ihr Handwerk nicht verstehen hatte ich geschrieben.
Davon muss man absehen.

Uta Gräf ist meiner Meinung nach eine sehr gute Dressurreiterin. Andere sollten sich mal ein Beispiel an ihr nehmen. Sie reitet ihr Pferd nämlich genauso gut gebisslos:
https://www.youtube.com/watch?v=A5XUq56P_I0

Deswegen frage ich mich, wieso man auf Tunieren immer noch das Gebisslos reiten VERBIETET???
Wieso die Menschen Angst haben ohne Gebiss zu reiten, oder denken, man könnte damit nicht genauso gut reiten???

Klar, jedes Pferd ist anders. Aber ich würde mal behaupten das 99% der Pferde die ich kenne AUSSCHLIEßLICH mit Gebiss geritten/longiert/gearbeitet werden. Wieso?
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Fr Nov 15 2013, 18:08

Also wenns nach mir geht, wär gebisslos auf Turnieren ja sofort erlaubt!

Weils normal ist? Weil viele Pferde sich mit dem Gebiss arrangieren und kein Bedarf besteht, es zu ändern?

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Sagrei am Fr Nov 15 2013, 19:11

Weil es im Widerspruch zur aktuell propagierten Reitlehrer steht, die besagt, das Pferd stößt sich vom Gebiss ab. Schulterzuck Wenn kein Gebiss da ist, kann es sich nicht abstoßen.
Die Mühlen der FN mahlen langsam... seeeeeehr langsam.


Zuletzt von Sagrei am Fr Nov 15 2013, 19:13 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Grammatik out of order)
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pilgrim98 am Fr Nov 15 2013, 19:36

Richtig traurig finde ich sowas... hoffen wir, dass sich was ändert bevor ich zu gebrechlich zum reiten bin -.-
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Fr Nov 15 2013, 20:38

Altkalofornisch soll mit dem spade-Bit nach einer ca. 6 jährigen Ausbildung enden.
Man beginnt mit einen 5/8 Zoll bosal und wird dann immer schmaler bis man nur noch auf einem Pencil-bosal reitet und anschließend ein für das Pferd angepasstes Spade-Bit einsetzt. Gibt es bisher aber in DEU wenig und kaum einer ist für so einen langen Ausbildungsweg zu begeistern. Noch dazu ist diese Ausrüstung extrem teuer.
Ein gutes bosal ist nicht unter 400 Euro zu haben und hier ist die Auswahl sehr begrenzt.
Wer nicht wählerisch ist nutzt die Teile vom k., aber ob die so passen? Schulterzuck 
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Fr Nov 15 2013, 21:56

Pergamemnon: Und man findet kaum jemanden, der das reitet bzw unterrichtet, oder?
Meine einzigen Berührungspunkte mit "altkalifornisch" ist eine sehr ausführliche Diskussion in einem anderen Forum (wenn es wen interessiert, such ich es mal). Dort berichtete jemand, der offenbar tatsächlich Ahnung hat und selbst so reitet und ausbildet. Seitdem ich das gelesen habe, rollen sich mir immer die Fußnägel hoch, wenn jemand Bosal als einfache gebisslose Zäumung für jedermann empfiehlt... Sowie ich das verstanden habe, ist mit dem Teil sußerfeines Reiten möglich, es muss aber auch gut angepasst werden und wirkt schärfer, als man denkt.
Hast du da Unterricht? ich finds schon interessant!

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Sa Nov 16 2013, 12:00

Ich kenne 1 Trainerin die es unterrichtet und die nimmt für 1 halbe Stunde 45 Euro.
Das bosal kann sehr scharf sein. Das reiten darauf versteht sich mit Schenkel und gewichtshilfen. Die Zügel, eine echthaarmecate, wird an den Hals angelegt.
Die altkalifornische reitweise hat rein gar nix mit dem pleasure-gehoppel zu tun. Da ist das bosal nur schmuck.

Jean-Claude-Dysli reitet so.
Ich finde das altkalifornische allein wegen der natürlichen Aufrichtung des Pferdes, welche ihm im texanischen reitstil nicht gelassen wird, einfach nur, sorry, ge**!

Buck brannaham ist auch ein Name der diese Szene prägt.
Der gibt einen Kurs irgendwo in Deutschland ,da kostete allein die zuschauerkarte 200 Euro.
Das sprengt mein Budget, sorry.
Und bei meinem Pferd bin ich mir grade nicht sicher ob er zwecks nen bosal so compliend wäre. Der schlägt mit den Kopf und buckelt, wenn ihm die Einwirkung aufmerksam Nase missfällt. Will ihn mit 4 nicht versauen...
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Sa Nov 16 2013, 12:26

Hui, ordentliche Preise. Schade eigentlich, dass das in D so wenig bekannt ist.
Ich hab für mich beschlossen: kein Bosal, da keine Ahnung Yeah 

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Sa Nov 16 2013, 19:17

Ja, so geht es mir auch.
Ohne fachkundige Person um mich herum ist mir so ein Experiment zu teuer und zu heikel und ich will mein vierjähriges Pferd nicht an der Nase sauer machen.
Vielleicht hab ich ja irgendwann mal die Gelegenheit dazu.
Aber so probier ich weiter mal Knoti, Sidepull gepolstert und Halsring als Trainingsalternative aus.
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Josi am Mo Nov 18 2013, 16:12

@nasowas bzw. egal, alle die hier mitschreiben Lächeln Ich hab noch mal was sehr bildlich erklärendes gefunden, warum laut der Englischen Reitweise alle Pferde nur mit Gebiss ausgebildet und geritten werden. Und es kann nur so sein, da diese Vorschrift 1937 vz das letzte Mal geändert wurde.:
"Die FN Richtlinien, nach denen noch heute die meisten Pferde und Reiter ausgebildet werden, enthalten zum Großteil Ausbildungsziele und -methoden, die der Heeres Dienstvorschrift (HDV) zugrunde liegen. Die HDV beruht auf gesammelten Werken von Reitins­truktionen aus dem Jahre 1882 und wurde 1912, 1926 und zuletzt 1937 überarbeitet. Sie befasst sich mit der Ausbildung von Pferden und Reitern für den Einsatz in Kavallerieeinheiten. Sicher waren damals diese Methoden nicht kritisierbar. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hatten Pferde einen anderen Stellenwert: Das Pferd war noch nicht das geliebte Haustier; es diente als „Material“ für den Einsatz im Krieg, so bildete man vor allem zweckmäßig aus, nutzte z.B. Gebiss und Sporen zur schnelleren, effektiven Gefügigkeit. Der Sattel war vor allem für den Reiter bequem, denn dieser musste stundenlang in diesem ausharren. Die meisten dieser Ausbildungsregeln sind nahezu wortwörtlich nach dem Zweiten Weltkrieg in die Pferdeausbildung nach den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingeflossen. Daher finden wir auch heute noch Ausdrücke wie z.B. „Abteilung rechts
brecht ab, links marschiert auf – Marsch“..."
Quelle: http://barefoot-saddle.com/de/out/pictures/wysiwigpro/pdf/broschuere-3.pdf
Ich finde, wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, ist schon einiges klar oder? Ich finde das recht krass... man sollte das mal mit der Ausbildung von Hunden früher und heute vergleichen- früher mit Ledergurt und Stiefel, heute mit Clicker und Leckerlis z.B. lol Dabei sind Hunde und Pferde schon seeeehr lange die engsten Begleiter des Menschen. Yes Und das nur, weil Hunde jaulen können!
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pergamemnon am Mo Nov 18 2013, 17:42

Das ist sehr interessant. Nur beim Sattel weiß ich, dass der so konzipiert war, dass vor allem das Material geschont wurde.
Militärsättel sind nix für empfindliche Hinterteile, denn sie sind für den Reiter bretthart. Allerdings für das Pferd mit einer großen Auflagefläche gebaut. Eben wegen den weiten Strecken.
Habe vor einigen Tagen eine käuflich erworben.
Noch ist er mit der Post unterwegs.

Allerdings finde ich es kaum vorbildlich das die fn so "altbacken" ist Zwinker
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Sagrei am Mo Nov 18 2013, 18:27

Ich sag es jetzt mal so, diese HDV ist aber auch mit das Beste, was den Pferden so passiert ist... das mag jetzt vielleicht krass klingen, aber einen Gaul der lange (und laut wirklicher HDV ist die Ausbildung LANG!) augebildet wurde, der viel Geld, Zeit und Mühe kostet, dem soll es gefälligst auch lange gut gehen, damit der sich bezahlt macht.

Und wem erst jetzt auffällt, dass gerade das Englische Reiten einfach noch unglaublich viel aus seinem Ursprung innehat, tja... dem kann ich dann auch nimmer helfen. Zwinker

Pergamemnon sagte es so schön, das Material sollte geschont werden. Das Material betrifft in diesem Fall halt Sattel, Pferd UND Soldat. Ein Gaul, der nach der HDV ausgebildet wurde, hatte eine grundsolide Ausbildung, konnte auf Punkt Manöver reiten und hat das recht lange machen können, denn die HDV gymnastiziert die Pferde eben entsprechend. Die gesamte Ausbildungsskala geht auf die HDV 12 zurück. Ich muss allerdings @Josi korrigieren, die FN RIchtlinien für Reiten und Fahren bauen auf dieser Vorschrift auf, jedoch:

Cavallo schrieb:
1937 überarbeitete die deutsche Wehrmacht die Reitvorschrift und legte sie als "H. Dv. 12" neu auf. Nach dem 2. Weltkrieg diente die Reitvorschrift als Grundlage für die "Richtlinien für Reiten und Fahren", die die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) herausgab und seitdem in regelmäßigen Abständen überarbeitet.
(Quelle: http://www.cavallo.de/training-fuers-pferd/dressurreiten/pferdeausbildung-laut-reitvorschrift-des-deutschen-heeres.766970.233219.htm?skip=4)

Deine Auffassung, dass sich seit 1937 nichts mehr getan hat, ist schlichtweg falsch. Zwinker

Die Abkürzung H. Dv. steht übrigens nicht für Heeresdienstvorschrift, sondern:
Cavallo schrieb: sondern für "Heeres-Druckvorschriften".

Die Dokumentensammlung aus den 1920er- bis 1940er-Jahren umfasst beinahe 500 gedruckte Vorschriften und Dienstanweisungen aus allen Heeres-Teilen der Wehrmacht. Für Kavalleristen galt neben der H. Dv. 12 noch die zweibändige H. Dv. 11. mit Vorschriften zu Haltung, Pflege, Fütterung und medizinischer Behandlung der Truppenpferde.
Quelle: http://www.cavallo.de/training-fuers-pferd/dressurreiten/pferdeausbildung-laut-reitvorschrift-des-deutschen-heeres.766970.233219.htm?skip=4
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Catana am Mo Nov 18 2013, 18:32

@Josi schrieb:Yes Und das nur, weil Hunde jaulen können!
Diese Aussage tut mir als englisch Reiter weh! Du unterstellst den englisch Reitenden, dass wir unsere Pferde mit Sporen und Co traktieren, weil sie Schmerz nicht laut äußern?
Ja, einige Reiter machen das so, aber das hat nichts mit der Reitweise zu tun! Die gibt es in so gut wie jeder Reitweise! Und was nicht von Barefoot (übrigens Vorreiter wenn es um Herstellung und Vertrieb von baumlosen Sätteln und Gebisslosen Zäumungen geht. Was sollen die auch anderes behaupten als Baum-Sattel und Gebiss ist doof Zwinker ), von denen ja diese Broschüre aus der du zitierst stammt, nicht sagt, ist, dass die Pferde eben nicht nur Material, sondern Lebensversicherung der Reiter waren.
Man stelle sich nur mal vor, eine Kavallerie-Einheit ist unterwegs zum Kriegsschauplatz und und eines der Pferde entwickelt Satteldruck weil der Sattel ja "vor allem für den Reiter bequem" war. Der Reiter kann nicht weiter und die Einheit hat unter Garantie nicht auf den Einen gewartet, bis der Satteldruck verheilt ist.
Von daher war Sinn und Zweck dieser Vorschriften, Reiter und Pferd gesund zu halten! Unterwegs, im Getümmel und im Training.

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Josi am Mo Nov 18 2013, 19:01

@Sagrei und Catana
Sry aber für die "Heeres-Druckvorschrift" kann ich nun wirklich nix...
Ja, die FN hat gaanz viele neue bunte Bilder hinzugefügt. Und hier: http://www.pferd-aktuell.de/grundausbildung/neuheiten/neuheiten- kann man lesen, was in der neuesten Ausgabe Bd.1 aktualisiert/hinzugefügt wurde. Mich würde interessieren, was sie unter Natur des Pferdes neu geschrieben haben. Ansonsten- für mich kommt es so rüber: Früher stand da die technische Ausführung der Hilfe. Heute geben sie die Beschreibung der Wirkung der Hilfe dazu. Das ist zwar überarbeitet, aber nicht erneuert!
Was neu ist, ist der Punkt "Gleichgewicht".

Ja das stimmt schon, das Pferd + gutes Material war des Reiters Lebensversicherung. Und deshalb musste es aber auch in allen Fällen funktionieren. Ich denke nicht, dass sie da im Gefecht/ mit verletzten Pferden sonderlich zimperlich waren, da sie auch mit sich selbst nicht zimperlich waren!? Es ging doch ums Überleben und um Zusammenhalt, und nur der der wirklich am sry Abkratzen war, fand sich im Lazarett wieder. Genauso hatte das Pferd bis zum letzten Schritt mitzuarbeiten, ob es nun wollte oder auch nicht... so jedenfalls meine Bildung aus Büchern. Sie fühlten sich natürlich als Kameraden, Mensch und Pferd- aber pferdegerecht ist es deswegen trotzdem nicht. Ihr könnt mich gern widerlegen. Dass da auch sehr vorbildliche und gar revolutionäre Anweisungen zur Pferdehaltung und Pflege drin stehen im Gegensatz zu vorher möchte ich nicht abstreiten. (Blöd, wenn man die Bücher nicht vor sich hat und nichts belegen kann Sad )

Catana: Ja, man kann es nunmal nicht wissen! Und deshalb möchte ich persönlich davon Abstand nehmen. Und wenn ich die Doktorarbeit lese, wird mir auch schlecht bei dem ganzen Gequetsche und der Diskussion, welches Gebiss dem Pferd wo am wenigsten Schmerz bereitet. http://www.friederike-uhlig.de/bakarbeit_uhlig.pdf Natürlich nicht wörtlich, aber die Zahlen Rolling Eyes Ich will nicht 5 Kg Gewicht auf meinem Zahnfleisch punktuell spüren und meine Zunge gequetscht haben...
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Sagrei am Mo Nov 18 2013, 19:23

Wo schrieben wir denn, dass Krieg (ja, das mit dem Blutvergießen, dem Töten, dem Leiden, den echten Schüssen und dem Verrecken auf Tier- und Menschseite...) pferdegerecht war?! Schulterzuck
Ausschließlich die AUSBILDUNG! zur Kampfmaschine war unter den gegeben Umständen revolutionär und absolut das neuste und beste, was es gab. Es geht in der H. Dv. doch auch genau um die Ausbildung und gesunderhaltende Gymnastizierung. Da geht vielleicht der Historiker mit mir durch, aber so darf man an die Sache nicht rangehen... man muss solche Schriften IMMER in den Kontext einordnen und sicherlich stimmt es, dass es unter modernen Gesichtspunkten fraglich ist, wie viel feines Reiten im Kriegseinsatz möglich und sinnvoll war, aber darum geht es ja nicht.

So, worauf stützt sich jetzt die Annahme, dass die (böse) FN nur ein paar neue Bildchen gebastelt hat? Natürlich ist es eine "Neuheit" wenn ein Standartwerk überarbeitet wurde. Das heißt halt so... Schulterzuck aber ich sehe schon. Bashen wir ein bisschen auf dem Gebiss, der FN, den Englischreitern und fühlen uns alle besser und natürlich total sanft und "über den Tellerrand hinausblickend".
Mir wird das hier zu mühsam, denn so langsam hab ich das Gefühl, dass diejenigen, die das alles entspannt und tolerant sehen, diejenigen sind, die schön viel schlucken dürfen und sich pauschal alle mal eine Schlag abholen dürfen. Aber hauptsache man hat was, woran man sich reiben kann.

Mal etwas generelles zum Umgang mit Fachliteratur und der Weise, wie man sie für seine Zwecke einsetzt... ich habe die BA-Arbeit gelesen, sofort als sie der Masse zugänglich war. Die Arbeit ist eine solide wissenschaftliche Leistung. Ein "Natürlich nicht wörtlich, aber die Zahlen" (@Josi) bringt unnötige Emotionen in dieses Thema. Die Arbeit stützt doch nichts anders, als es die ganze Zeit schon hier hieß. Die Schärfe der Zäumung verhält sich proportional zum Einsatz und zur Passgenauigkeit der Ausrüstung.

Mir wird es wirklich langsam zu doof, ständig neue vermeintliche Superbelege zum Schrecken des Gebisses zu Lesen. Dann so Sprüche wie "[mir wird] auch schlecht bei dem ganzen Gequetsche und der Diskussion welches welches Gebiss dem Pferd wo am wenigsten Schmerz bereitet" (@Josi) und wir können eigentlich jeder gesitteten Diskussion hinterherwinken. Fände ich schade...
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Catana am Mo Nov 18 2013, 19:31

Ich werde mich hier aus dem Thema zurückziehen.

Ich bin mir nicht sicher ob nur mir das so vorkommt, ich da übersensibel bin oder ob es wirklich so ist, aber ich habe immer wieder und immer stärker den Drang mich, als mit-Gebiss-Reiter, rechtfertigen zu müssen und sobald man etwas pro Gebiss schreibt kommen direkt Ausführungen zu Nussknackereffekt, enormer punktueller Belastung und aufgerissenen Maulwinkeln.
Ja, gibt es!
Es gibt aber genau so aufgescheurter Nasenrücken vom Bosal und gebrochene Nasen vom Hackamore.
Das sind doch alles Extreme von denen doch nicht auf die Allgemeinheit geschlossen werden darf!

Aber auch jetzt gerade rechtfertige ich mich wieder, schreibe mich in Rage und sollte mich daher besser jetzt zurückziehen. Schrei 

Euch noch eine anregende Diskussion! Wink
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Mo Nov 18 2013, 21:46

Ich unterschreib bei Sagrei. Wenn sich jeder Reiter, der (turniermäßig) Dressurreiten will, an der HDV orientieren würde, wären wir ein ganzes Stück weiter.

Jede Zäumung ist genauso scharf, wie der, der sie benutzt. Ob das nun gebisslos ist oder nicht. Ich finds schade, dass so oft gebisslos mit pferdefreundlich/ sanft gleichgesetzt wird. Das ist es genauso wenig, wie Gebisse ein Werk des Teufels sind.
Insofern werden wir uns hier ewig im Kreis drehen, fürchte ich.
Und das eigentliche Thema der Vergleichsvideos- da fallen mir nur Uta Gräf und diese Französin mit dem Lusitano ein (https://www.youtube.com/watch?v=JwyHqmsAXRs immer wieder ein Augenschmaus).

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pilgrim98 am Mo Nov 18 2013, 22:35

Wurde die FN (sagt man das so?) nicht gerade erst im letzten Jahr überarbeitet?
Statt dem Bild mit dem "hochgestellten Dressurgaul"
so in etwa: http://www.pferdefutter-havens.de/files/36_nieuws/Adelinde%20IB%202010_large.jpg
(FRAGE: Kann da der Rücken überhaupt durchgedrückt sein?)
... soll das ganze jetzt so aussehen:
http://www.okv.ch/fileadmin/user_upload/Dateien/Downloads/Medienunterlagen/OKV_Dressur.jpg

Das sieht für mich auch viel "gesünder" aus. Das Genick ist der höchste Punkt, der Kopf ist kurz vor der senkrechten, die Beine sind parallel zueinander, Schwung kommt von hinten.
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Pilgrim98 am Mo Nov 18 2013, 22:36

Blöd nur, dass sich keiner dran hält und die Richter immer noch den "hochgestellten Dressurgaul" als schön und gut bewerten vz 
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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

Beitrag von Mokka am Di Nov 19 2013, 08:47

Die FN selbst kann viel schreiben/ reden, im internationalen Sport haben andere das Sagen- die FEI.
Die Quetscherei der Holländerin mit dem Fuchs war nie das das Idealbild der Richtlinien der FN, wenn man sie richtig liest. Das ist keine Neuerung, sondern Besinnung auf auf alte Dinge.
Dass solche Leute so hoch plaziert waren/ sind liegt a) daran, dass der arme Gaul die Lektionen in der Regel fehlerlos präsentiert (wobei man Anlehnung und Losgelassenheit, geschweige denn Versammlung nicht erkennen kann) und b) das ganze System ein Problem hat.

Bei den Richtern fragt man sich manchmal ernsthaft, was die sehen. Allerdings richten die auch nach Vorgaben/ Ausbildung- und die variiert je nach Land.
Die FN hat durchaus ihre Fehler und ihre Mühlen mahlen seeeehr langsam, aber der hochgestellte Dressurgaul war nie offizielles Ziel.

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Re: Mit Gebiss oder gebisslos - Diskussionen und Vergleichsvideos

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