Rund um's "Reiterdeutsch"

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Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 15.07.11 23:19

Gibt ja unzählige gebräuchliche Wörter, die nur in Reiterkreisen fallen.

Da diese mehr oder weniger" Fachausdrücke" oft in verschiedenen Threads nachgefragt werden, habe ich mir gedacht, dass es Sinn macht hierfür einen gesonderten Thread aufzumachen.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 16.07.11 13:08

Sorry für den Doppelpost( ist meist ja nicht so erwünscht). rotwerd

Kennt jemand das Buch: 60 Worte Reiterdeutsch

Ich selbst hab´die Erstausgabe von 1979, da gab es noch den Begriff" Pudeldressur".

Abschätzige Bemerkung für eine grundsätzlich falsche Ausbildung des Pferdes, bei der es im negativen Sinne" dressiert" wird.
Die klassische Hohe Schule will das Pferd durch Gymnastizieren befähigen, die verlangten Lektionen, die aus der Beobachtung seines natürlichen Verhaltens entwickelt wurden, locker und ungezwungen auszuführen. Niemals sollte es gespannt, zusammengeschraubt oder gar mechanisiert wirken. Doch wenn gerade dieser Eindruck entsteht, spricht man von einer" Pudeldressur".
Abschrift aus" 60 Worte Reiterdeutsch- Galoppsprünge über Sprachhürden"
Ungezügelt ins Bild gesetzt von Ulrik Schramm und wörtlich eingefangen von Gabriela Grillo
Erschienen im Nymphenburger Verlag


Hätte man vielleicht schon damals ein Poster daraus machen sollen und in jedem Stall und vorallem auf Turnieren immer gut sichtbar präsentieren sollen.
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motzer

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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von azgirl am 16.07.11 15:06

motzer schrieb:
Die klassische Hohe Schule will das Pferd durch Gymnastizieren befähigen, die verlangten Lektionen, die aus der Beobachtung seines natürlichen Verhaltens entwickelt wurden, locker und ungezwungen auszuführen. Niemals sollte es gespannt, zusammengeschraubt oder gar mechanisiert wirken.



Genau so sollte es auch sein.
Leider ist das nicht was man heutzutage auf dem Tuniersport sieht.

Wenn man z.B. die " Richtlinien der FN " mal genau durchliesst finde ich das es eigentlich sehr gutes Material an Horsemanship ist.
Wieso man diese Theorie heutzutage nicht mehr in die Praxis umsetzen kann bleibt mir ein Raetsel. scratch

@ Motzer
Stell doch jeden Tag einen neuen Begriff aus deinem Buch ein !?
Find ich interessant.

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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 16.07.11 15:49

@ azgirl

Kann ich schon machen, falls es keine Einwände wegen des Copyright gibt.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von fribi am 16.07.11 23:06

Wegen des Copyright - Du musst ja nicht alles eins zu eins hier reinschreiben. Aber wenn Du die Begriffe einstellst und eine Quellenangabe dazu angibst müsste es passen.........
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 18.07.11 11:48

Das Pferd ist fromm/lammfromm
Abschrift aus" 60 Worte Reiterdeutsch- Galoppsprünge über Sprachhürden"
Ungezügelt ins Bild gesetzt von Ulrik Schramm und wörtlich eingefangen von Gabriela Grillo
Erschienen im Nymphenburger Verlag


Dabei handelt es sich im guten alten Sinne, um ein braves, gehorsames und treues Pferd. Es besitzt einen einwandfreien Charakter, das keine Tücken und Bösartigkeiten kennt. Durch sein Vertrauen in den Menschen, dem es ohne Schwierigkeiten und Eigenwilligkeiten folgt, macht es auch für schwächere Reiter zu einer" Lebensversicherung". Selbst in aussergewöhnlichen Situationen bleibt es ruhig und zuverlässig.
In der Regel zeigt das Pferd auch im Stall keine Untugenden und macht auch sonst keine Probleme( Schmied, Tierarzt, Verladen usw.).
Bei guter und richtiger Behandlung kann aus einem jungen Pferd, das zunächst - naturgegeben - in bestimmten Situationen lebhaft und ängstlich reagiert, ein frommes Pferd werden.
Meist weiß man so ein Verlasspferd erst zu schätzen, wenn er auf einem anderen Pferd das" Beten" gelernt hat.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 19.07.11 8:22

Das Pferd schildert
Abschrift aus" 60 Worte Reiterdeutsch- Galoppsprünge über Sprachhürden"
Ungezügelt ins Bild gesetzt von Ulrik Schramm und wörtlich eingefangen von Gabriela Grillo
Erschienen im Nymphenburger Verlag


Die Vorstellung vom" Schildwache stehen" ist gar nicht so abwegig, da diese Tätigkeit manchmal einschläfernd wirken soll. Und das schildernde Pferd geht, auch ohne unbedingt zu schlafen, bei längerem Stehen in ausgesprochene Ruhestellung. Dabei wird ein Hinterbein entlastet, der Huf berührt den Boden nur mit der Spitze, der Zehe, das Pferd" ruht".
Diese Haltung ist durchaus üblich und grundsätzlich harmlos. Sie ist sogar schonend für Sehnen und Gelenke( nur beim Halten in Dressurprüfungen ist sie höchst unerwünscht). Manche Pferde haben jedoch die schlechte Angewohnheit, den Huf des entlastenden Hinterbeines auf die Hufkrone des anderen zu stützen. Ein solches Aufstützen mit den Vorderhufen gilt als ausgesprochene Stalluntugend. In beiden Fällen können sich die Pferde durch plötzliches Wiederauffussen leicht selbst einen Kronentritt beibringen, vorallem bei einem Hufbeschlag mit Stollen.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von fribi am 19.07.11 8:25

"Das Pferd schildert" - diesen Ausdruck habe ich noch nie gehört!
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von rakete am 19.07.11 10:23

Ich schon
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 19.07.11 11:53

@ fribi

Es heisst doch: Man lernt nie aus! Zwinker
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 20.07.11 10:19

Das Familienpferd
Abschrift aus" 60 Worte Reiterdeutsch- Galoppsprünge über Sprachhürden"
Ungezügelt ins Bild gesetzt von Ulrik Schramm und wörtlich eingefangen von Gabriela Grillo
Erschienen im Nymphenburger Verlag


Das - weiter oben beschriebene - fromme Pferd ist mit seinen guten Eigenschaften, das geborene Familienpferd.
Es können zwar nicht alle Familienangehörigen gleichzeitig reiten, wohl aber reihum. Es wird in eben dieser Absicht angeschafft mit der Hoffnung, dass es derartige Anforderungen auch erfüllt.


Eigene Anmerkung:
Heutzutage, wo viele auf eine RB angewiesen( sei es wegen Zeit- oder Geldmangel) sind, merkt man erst recht deutlich, dass nicht jeder Reiter auf jedes Pferd passt. Dabei kommt es auch ab und an vor, dass ein Pferd einem Reiter" zeigen" kann, dass eine Vielzahl an Reitabzeichen, keine Garantie dafür ist, dass man reiten kann.
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Rund um's Reiterdeutsch

Beitrag von motzer am 21.07.11 16:13

Das Pferd schaufelt
Abschrift aus" 60 Worte Reiterdeutsch- Galoppsprünge über Sprachhürden"
Ungezügelt ins Bild gesetzt von Ulrik Schramm und wörtlich eingefangen von Gabriela Grillo
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...was einmal heissen kann, dass es" bügelt"( der gebräuchlichere Ausdruck). In der Bewegung treten die Vorderhufe nicht in gerader Linie, sondern beschreiben einen Bogen nach aussen.
Diese angeborene Veranlagung des Pferdes, gibt dem Reiter stets ausreichend Gelegenheit zum Stiefelputzen. Mit den abfussenden Hufen schleudert das Pferd Sand, Gras usw. hoch. Manchmal könnte man sogar vermuten das Pferd hätte Spass daran, durch dieses Schaufeln/Bügeln den Reiter daran zu erinnern, dass auch Reitstiefel eine gewissen Pflege brauchen.
Solch eine Mechanik des Ganges ist verhältnismässig selten( manchmal rassebedingt).


Eigene Anmerkung:
Für den Andalusier war das Schaufeln langezeit sogar ein Rassemerkmal. Da diese Veranlagung heutzutage auf Turnieren nicht gern gesehen ist, wird durch selektive Zucht versucht dieses rassetypische Merkmal" auszurotten".



Wäre es möglich den Thementitel abzuändern?
Rund ums" Reiterdeutsch"

Der Ursprüngliche passt ja nicht wirklich, solange ich hier die Abschriften aus dem Buch tätige. Zwinker

Edit: erledigt Zwinker fribi
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 22.07.11 10:49

Danke fribi!


Das Pferd geht krumm
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Dieser handfeste Ausdruck bezieht sich auf ein lahmendes Pferd. Zwar nicht" am Stock" gehend, kann es im Extremfall" stocklahm" sein.
Logischer Gegensatz zum krummgehenden Pferd: Das gesunde Pferd geht" gerade".


Eigene Anmerkung:
Eine andere Bedeutung für ein krummgehendes Pferd, gibt es in der Pferdeausbildung.
Das Pferd hat eine natürliche Schiefe, wobei meist die Hinterhand etwas auf den 2. Hufschlag ausweicht.
Das Geraderichten des Pferdes( Punkt 4 der Ausbildungsskala) ist ein besonders schwere und wichtige Aufgabe. Geraderichten bedeutet, dass die Vorder- und Hinterbeine sich auf einem Hufschlag befinden müssen. Der Reiter bemerkt diese natürliche Schiefe daran, dass sich ein Pferd auf einer Hand besser als auf der anderen arbeiten lässt. Bei den meisten Pferden ist die linke Hand die „Schokoladenseite“. Das Pferd wird geradegerichtet, indem es häufig auf beiden Händen auf gebogenen Linien geritten wird. Denn auch auf dem Zirkel müssen Vorder- und Hinterbeine auf einem Hufschlag bleiben.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 23.07.11 12:44

Der Trachtenzwang
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...bezeichnet eine Verformung des Hufes, bei der die Trachten( der hintere Hufwandbereich) ein- oder beidseitig eingeengt sind. Diese Hufform kann einen klammen Gang oder sogar Lahmheit verursachen.
Ein solcher Zwanghuf ist entweder Veranlagung; oft entsteht er jedoch als Folgekrankheit( z.B. nach Hufrolle), oder durch zu enge Eisen. Zur Behebung werden die Trachtenwände korrigiert und/oder Erweiterungseisen verwendet.
Ein gewisse" Kleiderordnung", vorallem das richtige Schuhwerk, können viel für die Gesunderhaltung eines Pferdes beitragen. Dementsprechend sollte man sich ab und an Gedanken machen, welche Bedeutung die" Kleidung" selbst bei einem Pferd hat.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 25.07.11 11:05

Der Einschuss
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Durch eine Infektion kleiner, oft kaum sichtbarer Wunden kann eine eitrige Entzündung der Unterhaut entstehen. Dabei wird gelegentlich das ganze Bein in Mitleidenschaft gezogen. Meist sind die/ein Hinterbein/e von einem" Einschuss" betroffen, dessen Schwellung sich, von der Hufkrone, über das Sprunggelenk, bis zur Hüfte ausdehnen kann.
Die Phlegmone( med. Fachausdruck), ist manchmal mit Fieber und Lahmheit verbunden, wird durch Desinfizieren und feuchtwarme Umschläge behandelt. Für weitere Maßnahmen ist auf jeden Fall der Tierarzt zuständig.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 26.07.11 12:36

Der Einbiss
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...hat nichts mit der" Maultätigkeit" eines aufsässigen Pfrdes zu tun, sondern ist ein Begriff aus der Zahnkunde.
Die Einbuchtung, die am äusseren Rand der Eckzähne- der beiden äusseren Schneidezähne des Oberkiefers- sichtbar wird, heisst Einbiss. Sie entsteht nach Abschluss des Zahnwachstums zum ersten Mal etwa im neuten und dann nochmal ungefähr ab dem 13. Lebensjahr; dazwischen kann sich der ersten Einbiss zurückbilden.
Bei normalem Gebiss und dementsprechender Zahnverschleiss ist anhand der Form der Kauflächen eine ungefähre Altersbestimmung möglich. Ein Einbiss lässt zusätzlich erkennen, dass ein gewisses Alter bereits erreicht oder überschritten ist.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 30.07.11 20:05

Die abgeschlagene Kruppe
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...ist eine Eigenart des Exterieurs( Gebäude). Bei einem abschüssigem Verlauf des Kreuzbeins und der entsprechenden Winkelung vom Hüft- zum Hüftbeinhöcker hat die Kruppe keine runde Form, sonder sieht aus wie" abgeschlagen". Dadurch entstehen Vor- und Nachteile:
Einmal besitzen solche Pferde mehr Rückenspannung, die zwar den Rücken fester macht( schwer auszusitzen), aber auch zu höheren Trag- und Springleistungen befähigen kann.
Zum anderen ist es ihnen infolge der Stellung ihrer Hinterhand möglich, mit den Hinterbeinen weit unterzugreifen. Das schließt häufig ein gutes Gangwerk, insbesondere Galoppvermögen, ein-allerdings auch eine gewisse Gefahr des" Greifens"( die Hinterhufe treten gegen die Vorderhufe bzw. deren Eisen) sowie des frühzeitigen Verschleißes( z.B. Arthrose-Anfälligkeit).
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

Beitrag von motzer am 01.08.11 7:19

Der falsch angesetzte Hals
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Richtiger wäre: der ungünstig angesetzte Hals.
Der Halsansatz wird( äusserlich gesehen) danach beurteilt, wie die obere Halslinie in den Wiederrist und die untere in den Brustlinie übergeht.
Wenn der Winkel zwischen Schulter- und Halswirbeln zu flach ist, spricht man von einem tief angesetzten Hals. Diese Halsform macht es dem Pferd schwer den Hals/Kopf erhaben nach vorwärts-aufwärts zu tragen. Auch das Gleichgewicht und die Aufrichtung können für Pferd und Reiter erschwert zu erreichen sein. Ist der Hals zudem noch kurz, dick und gerade, bereitet die Durchlässigkeit weitere Probleme.
Neben dem falsch angestezten Hals gibt es auch einen verkehrten Hals, den sogenannten Hirschhals. Dabei ist die untere Halslinie nach vorne heraus gedrückt( Unterhals). Der Hirschhals kommt mit flacher und steiler Winkelung zum Widerrist vor.
Verhältnismässig lang und dünn( da schlecht bemuskelt), sowie stark gewölbt ist der Schwanenhals, der falsch aber auch richtig angesetzt sein kann. Seine" Beweglichkeit" macht eine konstante Anlehnung problematisch.
Durch eine gute Ausbildung kann man fehlerhafte Halsungen mehr oder weniger verbessern; umgekehrt ist es- leider- ebenso möglich, eine gute Halsung durch fehlerhafte Ausbildung zu verschlechtern.
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Re: Rund um's "Reiterdeutsch"

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