Therapeutisches Reiten

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Therapeutisches Reiten

Beitrag von Joy am Sa Jun 18, 2011 8:35 pm

Ich interessiere mich sehr für therapeutisches Reiten und überlege schon länger, ob ich mich irgendwann in ferner Zukunft in der Richtung weiterbilden soll.

Bisher wurde mir immer das deutsche Kuratorium für therapeutisches Reiten empfohlen.

www.dkthr.de

Aber vielleicht kennt jemand noch andere Ausbildungswege, Vereine oder Möglichkeiten?

Berichtet einfach mal von euren Erfahrungen! Falls welche vorhanden sind Zwinker

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Re: Therapeutisches Reiten

Beitrag von Ósk am Sa Jun 18, 2011 9:54 pm

Aalso, meine RL hat ihre Reittherapieweiterbildung beim DKThR gemacht und macht Reittherapie für ein Krankenhaus für erwachsene geistig behinderte Menschen. Ich habe bei ihr mal 2 Wochen Praktikum gemacht, daher habe ich natürlich mit ihr auch über den Beruf gesprochen Zwinker

Sie ist Sozialpädagogin und empfiehlt die Ausbildung beim DKthR schon deswegen, weil sie in Deutschland und im Ausland recht gut anerkannt ist. Inzwischen wird dort ja sogar eine staatlich anerkannte Weiterbildung angeboten. Die Weiterbildung beim DKThR soll auch sehr fundiert sein.

Das Problem bei den Reittherapeuten ist ja, dass sich quasi jeder so nennen darf. Die Bezeichnung ist nicht geschützt (aus dem Grund hat die neue, staatlich anerkannte Ausbildung so einen sperrigen Namen) und auch wird die Therapie von den Krankenkassen nicht bezahlt. Von der Reittherapie zu leben gestaltet sich daher oftmals schwierig, da einerseits Misstrauen in diese Weiterbildung herrscht, andererseits Reittherapie kein billiges Vergenügen ist.
Reittherapeuten im Angestelltenverhältnis sind sehr selten.
Es gibt noch andere Vereine, bei denen man eine Weiterbildung machen kann, z.B.
http://www.foerderkreis-therapeutisches-reiten.de/
http://www.rtbi.de/?gclid=CMrenr6kwKkCFVUn3wodiH_ogA
http://www.igogo.de/reittherapie.html
http://www.sgtr.ch/v2/
Wie bereits geschrieben, ist das DKThR das renommierteste und bekannteste. Wenn man versuchen will in der Reittherapie "ein Bein an die Erde zu bekommen" hat man es glaube ich noch am leichtesten mit einer Weiterbildung beim DKThR.

Zur Arbeit selbst: Mir hat die Arbeit in der RT sehr, sehr viel Spass gemacht, auch wenn sie sehr belastend und anstrengend ist.
Es ist auf jeden Fall eine schöne Arbeit mit Mensch und Tier. Es ist ein schöner Moment, wenn ein Mensch, der selber gar nichts kann ausser Gesichtszüge zeigen, einen so dankbar anstrahlt, weil der verkrampfte Körper so wohltuend gelockert wird. Es ist ein schöner Moment, wenn ein Klient nach ewigen Jahren des Übens sich endlich traut, das Pferd beim Reiten auch anzufassen, weil er seine Überempfindlichkeit der Hände besser im Griff hat. Es ist toll zu sehen, wie ein Blinder alleine in der Halle reitet und auf Zuruf des Therapeuten wendet. ich könnte noch hunderte dieser Beispiele anführen. Wenn die Augen der Klienten leuchten, wenn sie zum Pferd kommen, darauf sitzen, es streicheln usw. dann weiss man, wie wertvoll diese Arbeit ist. Aber die Arbeit hat auch Schattenseiten. Es ist ohne Frage ein echter Knochenjob, oft hatten wir 20 Patienten an einem Vormittag, die Pferde waren auch noch zu versorgen. Viele Patienten haben psychische Probleme, manche haben Auto- und auch Fremdagressionen. Manchmal gibt es auch welche, mit mehr oder weniger sichtbaren Stereotypien. Wenn ein Klient stundenlang ununterbrochen schreit, ist es sowohl für andere Klienten, als auch den Therapeuten als auch für das Pferd sehr belastend. Dazu kommt, dass Fortschritten meist nur recht langsam zu erkennen sind. Oft genug gibt es auch Situationen, in denen man als Therapeut nicht weiterkommt, man hat das Gefühl den Klienten nicht mehr dahingehend unterstützen zu können, wo er es am meisten braucht. Dies ist oft bei Patienten der Fall, die gar keine Gefühlsregungen zeigen. Oft erst nach Jahren macht sich ein Therapieerfolg bemerkbar.

Wenn man diesen Beruf ausüben will, sollte man gewillt sein, medizinischen Problemen ins Auge zu sehen und sich auch in die Richtung fortbilden. Ein Reittherapeut muss auch grundlegende Aspekte der Pflege beherrschen. Wenn man schnelle Erfolge sehen will ist man ganz und gar falsch. Ich habe eine Klientin erlebt, die seit Jahren zur Therapie kommt, sich vorher und nachher immer darüber freut, allerdings sass sie noch nie AUF dem Pferd, Berührungen mit dem Pferd sind nur seeehr zögerlich möglich. Auch für solche Menschen muss man einen Therapieansatz suchen.
Im Gegenzug für die harte Arbeit gibt es aber auch immer wieder Momente, wie oben beschrieben.
Es ist schön zu erleben, wie ein Patient, der sehr grosse Mühe mit dem Laufen hat, durch die Reittherapie besser läuft, ach ich könnte ewig weiter schreiben.

Mich fasziniert dieser Beruf sehr, ich möchte mich auch eines Tages in diese Richtung weiterbilden lassen.
Falls Interesse besteht, beschreibe ich auch gerne eine Beispieltherapiestunde und weitere persönliche Erfahrungen in der RT.

Ósk

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Re: Therapeutisches Reiten

Beitrag von LadyMorgaine am So Jun 19, 2011 8:49 am

Ich informiere mich auch so seit Ewigkeiten darüber Lächeln
Bisher scheiterte es noch an den finanziellen Möglichkeiten und an den Ausbildungsorten.

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Re: Therapeutisches Reiten

Beitrag von LopeOver am So Jun 19, 2011 8:50 am

Da ich ja alle Voraussetzungen habe als Erzieherin und hatte es auch schon überlegt.
Für mich käme nur eine Ausbildung über das Kuratorium in Frage. Und die ist teuer. Da muss man später viel arbeiten, um allein das wieder rein zu bekommen.
Ich verleihe ja Mary-Lou an eine Therapeutin, die ihre Ausbildung über das Kuratorium gemacht hat und da bekomme ich hautnah mit, wie schwierig das ist. Krankenkasse bezahlt Reittherapie ja nicht und so ist es schon anstrengend seine Patienten zu halten und auch davon leben zu können.

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Re: Therapeutisches Reiten

Beitrag von Joy am So Jun 19, 2011 6:41 pm

Aus den Gründen, die Ósk beschreibt, wurde mir auch das Kuratorium empfohlen.

@Ósk:
Berichte ruhig weiter. Interesse besteht Yes

Generell erfülle ich als Pädagoge ja auch die Voraussetzungen des DKThR.

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