Arbeiten für eine Reitstunde

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Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Ladoly am Fr Jan 14 2011, 10:49

Auf unserem kleinen Hof gibt es keinen eingestellten Pferdepfleger, sondern Besitzerin, ich und noch eine andere Familie kümmern uns neben der Arbeit um die Pferde. Reitunterricht bzw. momentan nur ausreiten gibt es immer am Wochenende. Jetzt haben einige Kinder vor 2 Jahren gefragt, ob sie denn nicht unter der Woche helfen und dafür kostenlos reiten können. Wir haben das jetzt so eingeführt, dass an bestimmten Wochentagen bsp. montag mittwoch und donnerstag die kinder mithelfen und abends oder andern Tags dafür reiten dürfen.

In letzter zeit ist da aber einiges Schiefgelaufen. Und zwar haben die Kinder sich das so schlau eingerichtet, dass montags keiner kommt und den nächsten tag kommen dann 15 kinder auf einmal und das geht nicht, das ist pro kind dann nicht mal ein pferd zu versorgen, dafür hat man sich keine reitstunde verdient.

Deshalb wollen wir es jetzt so machen, dass wir festlegen, das und das muss gemacht werden, dann darf man reiten. Das Problem ist, dass die kinder sehr unterschiedlichen alters sind, idR. so 7 bis 17 Jahre. Und dass ein 7 jähriges Kind keine 5 boxen misten kann ist mir klar.

Ich dachte jetzt, dass wir das so in 3 altersklassen unterteilen könnten, 6-9 Jahre, 10-14 Jahre und 15-18 Jahre. Aber was kann man einem Jugendlichen denn so zumuten für eine Reitstunde? Die anfallende Arbeit wäre Boxen ausmisten von 16 Pferden (werden täglich, max. alle zwei Tage gesäubert und sind überwiegend Ponys mit wenig Mist) und abends diese 16 Pferde füttern und mit Schlauch alle Wasserbottiche aufzufüllen. Zum Misten müssen die Kinder die Pferde vorher auf den Platz lassen, das ist aber keine große Arbeit, die Kinder und Pferde kennen das, die Boxentüren werden geöffnet und die Pferde laufen selbstständig auf den Platz, der vor dem Stallgebäude liegt. Reinbringen ist etwas komplizierter, weil 2 oder 3 Pferde meist keine lust haben, reinzugehen, die müssen erst 3 mal über den hof getrieben werden bevor sie sich entschließen, reinzugehen. Die Pferde gehen alle selbstständig in ihre Boxen und warten, dass die Türen geschlossen werden. Ist also keine große Sache mit dem rauslassen und einsperren.

Und noch eine Sache zum Schluss. Wir möchten auf unserem Hof keine Kinder ausbeuten oder so. Die Kinder kommen von sich aus zu uns und helfen mit und dürfen dafür reiten. Ein paar Kinder sind mittlerweile auch dazu übergegangen, nur noch zum reitstunden verdienen zu kommen, weil die eltern sagen, sonst dürften sie gar nicht mehr reiten, weil es zu teuer ist.

So jetzt eure Meinung, was sollten die Kids schaffen?

liebe Grüße
Ladoly




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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Pensiero am Fr Jan 14 2011, 12:29

Puh, ich kann Dir jetzt ein Beispiel geben, wie in der Landwirtschaft bezahlt wird:
Für eine Arbeitsstunde bekommt ein Helfer in der Landwirtschaft ca. 8-9 Euro, wenn es ein großzügiger AG ist, dann auch mal 10 Euro. Aber das ist selten der Fall.

Tja, nun könntes Du ausrechnen, was ihr für eine Reitstunde verlangen würdet und dann so ein bißchen umrechnen.

Okay, das ist für Erwachsene gerechnet, aber die 15-19 jährigen würde ich so einstufen. Die dürfen sich gerne daran gewöhnen, dass man für eine Leistung eine Gegenleistung erbringen muss!

Hmm, mal schnell hochrechnen wie lange man zum Misten braucht... Ich brauche für 6 Boxen ca. 20-25 Minuten, aber dann ist wirklich richtig sauber gemistet und auch wieder eingestreut. Ich würde dann da vielleicht 6 Boxen mit 30 Minuten Arbeit gleichsetzen.

Dann würde ich es vielleicht noch so unterscheiden, dass die 6-9 jährigen hauptsächlich die Wasserbottiche auffüllen, die 10-14 jährigen hauptsächlich füttern und die letzte Altersgruppe hauptsächlich misten.
Die ganz Kleinen vielleicht zusätzlich je eine Box misten lassen, die Mittleren 1-3 Boxen zusätzlich misten.

Aber auf jeden Fall sollen die nicht alle geballt kommen. Macht doch am besten einen Plan, aber dieser soll auch verpflichtend sein! Wer nicht kommen kann - kein Problem - aber mit Absagen per SMS oder Telefon. So sollten sie Verantwortungsbewusstsein lernen. Ich versuche auch, das meiner 19-jährigen RB beizubringen...

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Ladoly am Fr Jan 14 2011, 13:38

Das mit einem Plan hatten wir auch schonmal versucht, das hat vorne und hinten nicht geklappt. Ich dachte wenn wir so einen Plan an die Wand hängen, können sich die Kinder ausrechnen, wie viele an einem Tag maximal kommen dürfen. Die ersten haben dann halt gewonnen und dürfen die arbeit machen. Sie können sich ja dann untereinander absprechen.

Eine Stunde reiten kostet bei uns normalerweise nur 5 euro. das würde für die größeren bedeuten, nur eine halbe stunde misten. Das finde ich etwas zu knapp berechnet, sie sollen schon eine Stunde beschäftigt sein.

Sagen wir jetzt mal, du brauchst ne halbe stunde für 6 Boxen (finde ich übrigens bewundernswert), ich brauche glaub ich ne halbe Stunde für 5 Boxen. Wir könnten das so berechnen, dass wir sagen, die größeren sollen 6 Boxen machen, die mittleren 4 Boxen und die kleinen jeweils 1 und halb Boxen (die sollen immer zu zweit arbeiten, das ist für die leichter).

Mit dem füttern ist das problem, dass die meisten kinder früher heim müssen wegen schule am nächsten tag. Ich würde das jetzt auch auf freiwilliger basis machen. So dass die größeren mir noch helfen, dann ist das ja auch schnell erledigt.

Vielleicht gibt es noch andere Vorschläge?

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Gast am Fr Jan 14 2011, 13:43

Entgeltliche "Arbeiten" dürfen Kinder meines Wissens erst ab 13 Jahren übernehmen. Deshalb hätte ich gewaltiges Bauchweh dabei auch jüngere Kinder zu "beschäftigen". Was ist, wenn da was passiert? Seid ihr überhaupt versichert?

Auch wenn's für die jüngeren Kinder sehr schade ist, würde ich keine unter 13jährigen nehmen. Aber das müsst ihr für euch entscheiden, ob ihr das verantworten könnt.

Und die Arbeiten sollten altersgemäß aufgeteilt werden. Die Kleineren sollten eher so was wie Tränken, Pferde rein- und rauslassen (sofern die keine Probleme machen, um die "schwierigeren" Pferde sollten sich besser die Älteren kümmern), Fegen oder Rechen, evtl. Lederzeug pflegen etc. übernehmen. Die Älteren können das alles natürlich auch übernehmen (falls grad keine Kleinen da sind), dazu aber auch bei den körperlich schwereren Arbeiten wie Misten mit anpacken.

Zum Problem, dass manche Tage niemand kommt, an anderen alle, schlage ich einen Arbeitsplan vor. Setzt euch alle mal zusammen und schreibt auf, wer an welchen Tage wie lange (und vielleicht auch wobei) helfen kann. Also feste Tage für jeden und nicht jede Woche ein neuer Plan. Und an diesen Plan sollte sich dann auch gehalten werden. In Ausnahmefällen (Krankheit, Urlaub, Lernen für die Schule etc.) darf natürlich auch mal abgesagt werden. Super wäre es allerdings, wenn die Kinder dann selbst für Vertretung sorgen und ggf. mit einem anderen Kind den Tag tauschen würden.

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Ladoly am Fr Jan 14 2011, 14:20

Zu den Versicherungen. Wie muss man denn da versichert sein, wenn kinder im stall mithelfen? Für das reiten sind alle versicherungen da, soweit ich weiß, die pferde sind alle schulpferdeversichert und die besi hat eine reitlehrerversicherung.

Aber was braucht man, damit kinder im stall helfen dürfen?

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Gast am Fr Jan 14 2011, 14:52

Ich bin kein Versicherungsexperte und kenne mich da auch nicht besonders gut auch. Ich denke aber, dass eine Unfallversicherung das mindeste ist.

Was macht deine Freundin denn genau? Hat sie einen gewerblichen Reit- oder Zuchtbetrieb oder was? Bei einem gewerblichen Betrieb wäre sie (und ich glaube auch Angestellte) über die Berufsgenossenschaft versichert. Da die Kinder ja aber keine Angestellten in dem Sinne sind, weiß ich nicht, ob das mit drin ist. Ich denke eher nicht. Nachfragen!

Wenn's rein privat ist, solltet ihr bei Privathaftpflicht und Tierhalterhaftpflicht nachfragen, inwiefern Unfälle mit eingeschlossen sind. Sagt denen aber besser nicht, dass ihr das schon so macht, sondern dass ihr das vorhabt.

Ihr solltet jedenfalls erstmal unbedingt die Versicherungsfragen klären. Und bis zur Klärung solltet ihr auf die Mithilfe der Kinder komplett verzichten. Wenn einem Kind was passiert und es bleibende Schäden davon trägt, zahlt ihr euch ohne Versicherung sonst u. U. doof und dämlich und werdet eures Lebens nicht mehr froh.

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von cymberlie am Fr Jan 14 2011, 16:02

Hallo,
mit Versicherungen kenne ich mich gar nicht aus, aber würde ich auch erst klären, bzw. mit den Eltern sprechen das die Kinder auch alle selbst Unfallversichert sind!

Arbeiten für eine Reitstunde ist so eine Sache. Ich gehöre zu den Reitschülern die auch für eine Reitstunde arbeiten, aber fest ausgemacht worden ist nichts. Sobald ich am Stall bin helfe ich mit abäppeln, füttern und Pferde mit rein / raus bringen.
Teilweise mach ich auch Wochenends oder Ferienvertretung, aber regelmässig kann ich nicht da sein, wegen der Ausbildung und meiner eigenen Pferde. Aber im Stall weiß jeder wenn ich zu gesagt habe dann komm ich auch.
Reitstunden habe ich dann, wenn ich nachfrage, aber meistens einmal in der Woche (oder öfter), wenn ich Reitstunde hab bin ich ja da und helf dann auch im Stall bei anfallenden Arbeiten mit.

Klasse das bei euch so viele Kinder interesse am Reiten und an den Pferden haben. Früher bin ich täglich zu einer mit dem Fahrrad gefahren, die ihre Pferde rund um unser Dorf stehen hatte. Da habe ich dann beim Abäppeln der Koppel geholfen, Zaun mit einziehen (bzw. umstecken) und den Ekzemer mit eingeschmiert. Hin und wieder durfte ich dann mich beim Spazieren gehen auf einen drauf setzten, das war für mich schon super!

Es gibt doch bestimmt Grüppchen am Stall oder? Wenn nicht Gruppen so bilden das Ältere und Jüngere zusammen sind, und dann für jedes Kind Tage festlegen, bzw. jedes Kind kann sich eintragen wann es kann. Vertretung suchen usw. müssen die Kinder dann untereinander bzw. sich zu mindest abmelden!
Wobei ich bei den 6-12jährigen Vorsichtig wäre und sie nie ohne einen Erwachsenen irgenetwas tun lassen würde!
Liebe Grüße

cymberlie

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

Beitrag von Pensiero am Fr Jan 14 2011, 19:34

Kenne mich auch nicht so aus mit Versicherungen. Aber eine Betriebshaftpflicht hat normalerweise jeder etwas größere Stall, erst recht wenn damit Geld verdient wird.
Also die Betriebshaftpflicht ist eigentlich unerlässlich in diesem Fall. Dann wäre noch die Möglichkeit mit den Eltern der Kinder/Jugendlichen zu sprechen, die zu verrichtenden Arbeiten mit denen abzuklären und auch die "Dienstzeiten".

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr ohne so einen Plan nicht auskommen werdet! Ich weiß selbst wie schwer es ist jemandem einzuprägen, dass man sich an so einen Plan halten muss. Aber es fördert das Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein.

Du hast schon recht, eine ganze Stunde sollten sie schon beschäftigt sein! Das schadet nichts und die Zeit muss auch einfach sein! Mit den Fütterungszeiten das verstehe ich auch, das ist dann vielleicht nicht so sinnvoll das die Kinder machen zu lassen.

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Re: Arbeiten für eine Reitstunde

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